- Project Runeberg -  Arkiv for/för nordisk filologi / Fjortonde Bandet. Ny följd. Tionde Bandet. 1898 /
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(1882) With: Gustav Storm, Axel Kock, Erik Brate, Sophus Bugge, Gustaf Cederschiöld, Hjalmar Falk, Finnur Jónsson, Kristian Kålund, Nils Linder, Adolf Noreen, Gustav Storm, Ludvig F. A. Wimmer, Theodor Wisén
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Beiträge zur runenlehre (Theodor von Grienberger) - 3. Erklärung einiger continentalen runeninschriften

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v. Grienberger: Zur runenlehre.

als lautgesetzliche, sonst durch den nominativ verdrängte
vo-cativform eines germ. ow-stammes, die hier in einem
grammatischen zusammenhange, der den vocativ unbedingt forderte
und schützte, zufällig erhalten ist.

Die differenz der vocale erklärt sich demnach ohne
Schwierigkeit aus dem verhalten jener griechischen masc.
w-stämme, die im vocativ sing, den reinen kurzvocalischen
stamm zeigen, wie daljuov zum nom. öaljuov, oder aöq)QOv
adj. zu nom. oátpQCov (Kühner, Griech. Gramm. I, 1, 323).

Somit betrachte ich arga und argo, *loga und *logo als
regelrechte entsprechungen zu den endungen ov und cov. Das
Joga ... Wodan ’wortbrecher .. . Woden’ aber beweist, dass
die Nordendorfer runeninschrift kein gebet, sondern eine
Verwünschung sei und es wird uns sehr wahrscheinlich dünken,
dass auch *wigil nicht in der edlen bedeutung ’kämpfer’,
sondern in der unedlen ’streithahn, kampfhahn7 zu verstehen sei.

Und nun zum verbum des Satzes, pore steht meiner
Überzeugung nach für *thorre, mit graphischer Vereinfachung
des rr > r und ist nichts anders als der imperativ von ahd.
thorrën, dorren ’arescere’, comp, ardorrën ’arescere,
emar-cere’, /ardorrën ’arescere, contabescere’. Graff V 201, as.
thotrdn. thor(r)ë heisst ’contabesce’ und bezieht sich sowol
auf Wodan wie auf Thonar, so dass wir den spruch
syntaktisch als einen zusammengezogenen satz mit einem praedicat
und zwei subjecten anzusehen haben.

Von an. pora swv. ’to dare’, dän. turde, das bisher zu
pore gehalten wurde, sehe ich ganz ab, nicht eben, weil das
verbum ein specifisch nordisches ist, an stelle dessen das got.
und die westgerm. dialecte das stv. gadaursan, ags. durran,
ahd. (ki)turran haben, sondern vielmehr deshalb, weil das
verbum fast ausschliesslich nur mit dem infinitiv construierbar
ist pora at seggia, at nema etc, nicht mit objectsaccussativ
(ausgenommen das pronomen paf), ein infinitiv aber im texte
der deutschen inschrift augenscheinlich nicht steht. Der bau

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