- Project Runeberg -  Arkiv for/för nordisk filologi / Fjortonde Bandet. Ny följd. Tionde Bandet. 1898 /
209

(1882) With: Gustav Storm, Axel Kock, Erik Brate, Sophus Bugge, Gustaf Cederschiöld, Hjalmar Falk, Finnur Jónsson, Kristian Kålund, Nils Linder, Adolf Noreen, Gustav Storm, Ludvig F. A. Wimmer, Theodor Wisén
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Nekrolog: Julius Hoffory (Andreas Heusler)

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Heusler: Nekrolog. 209

eine fleissig erworbene Grundlage mitgegeben. Ein rastloses
Erweitern der Quellenkenntniss, auch ohne dass ein bestimmtes
Problem reizte, lag nicht in seiner Art. Es hieng diess mit seiner
ganzen Natur zusammen, die, je mehr er zur Selbstbesinnung kam,
die Eingebungen des Augenblicks abwartete.

Auf die Form seiner Schriften hat Hoffory zumal in den
spätem Jahren eine künstlerische Sorgfalt verwendet. Von
gewissen Aufsätzen eines (längst verstorbenen) Fachgenossen bemerkte
er: wso schlecht geschriebenes lese ich nicht". H. schrieb ein
elegantes, vornehmes Deutsch, dem der geborene Ausländer nicht
anzumerken ist, es sei denn an dem Mangel landschaftlichen
Erdgeruchs. Er neigte von Anfang an zu dialektischer
Darstellungsweise: er stellt die feindliche Truppe in Reih und Glied, um ihr
dann schrittweise ihre Stellungen abzugewinnen. So lag es ihm
nahe, zum Ausdruck seiner wissenschaftlichen Ueberzeugung
wiederholt zu entschieden polemischer Form zu greifen. So sicher es
ihm um die Sache zu tun war, so wenig er jemals einen unedeln
Streich geführt hat, so unverkennbar war doch die Lust des
Fechters an seiner scharf geschliffenen Klinge. Und die Folge blieb
nicht aus, dass Mancher den sachlichen Inhalt über der
persönlichen Einkleidung übersah. Als stilistisches Meisterwerk H:s würde
ich die Anzeige des Corpus Poeticum Boreale (Eddastudien S. 89 ff.)
betrachten, nicht die gegen Sievers gerichtete Streitschrift, worin
H. seine Leidenschaft zu kühlerm Tone gedämpft hat. —

H:s Schriften würden einen massigen Band füllen, — ihre
Zahl und die Weite des umspannten Gebietes erscheint doch nicht
gering, wenn wir erwägen, dass mit dem 35:ten Jahre ihm die Nacht
anbrach. Und der Gehalt seiner wenigen Bogen sichert ihm den
Platz in der Geschichte der Wissenschaft. Aber unmittelbarer hat
H. als Lehrer gewirkt, und da wiederum stärker im privaten
Gespräche als auf dem Katheder. Seine Vorlesungen hatten,
inhaltlich, eine gewisse enthaltsame Strenge. Er Hess sich nie gehen;
subjektivere Ausflüge versagte er sich (— nach den Schriften seiner
zweiten Periode würde man sich von seinem Docieren ein anderes
Bild machen). Im Grammatikkolleg gab er die gelehrte Litteratur
und die Handschriftendaten sehr ausfuhrlich, in den
Eddavorlesungen die philologischen Vorfragen und das metrische Detail. Er
las vom Blatte ab und liess nur selten sein Auge darüber hinaus
zu den Hörern schweifen. Sein Vortrag hatte etwas verschleiertes;
er rise nicht hin, aber er fesselte durch die bedachtsame Klarheit
und die feine Präcision. — Ausserhalb des Hörsaales gab sich H.
viel ungehemmter, viel aggressiver. Ini Verkehr unter vier Augen
war er seinen Schülern ein unvergleichlicher Führer und Anreger:
er wusste ihnen den Blick zu öffnen und den Eifer zu wecken.
Ihre Arbeiten begleitete er mit väterlich-freundschaftlicher Hingabe.
Von seinen Hörern haben sich manche als seine ganz persönlichen
Zöglinge dankbar bekannt. —

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