- Project Runeberg -  Arkiv for/för nordisk filologi / Fjortonde Bandet. Ny följd. Tionde Bandet. 1898 /
386

(1882) With: Gustav Storm, Axel Kock, Erik Brate, Sophus Bugge, Gustaf Cederschiöld, Hjalmar Falk, Finnur Jónsson, Kristian Kålund, Nils Linder, Adolf Noreen, Gustav Storm, Ludvig F. A. Wimmer, Theodor Wisén
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Anmälan: W. Streitberg, Urgermanische grammatik (C. C. Uhlenbeck)

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886 ühlenbeck: Anmälan.

und gedrängte darstellang wenig geeignet als erste einfahrung in
die germ. grammatik dienste zu leisten. Noreen beschrankt sich
in seinem ausgezeichneten Abriss der urgermanischen
laut-lehre, dem titel gemäss, anf die lautgeschichte und sein bach
entspricht dadurch nur teilweise den bedürfnissen des anfangenden
grammatikers. Deshalb können wir Streitberg nur dankbar sein,
dass er mit frischem mute es gewagt hat ein neues gesammtbild
der germ. grammatik zu entwerfen, worin auch die resultate der
jüngsten forschung ausgiebig verwertet sind. Es wird kaum nötig
sein daran zu erinnern, wie viel wichtiges wir gerade den
Untersuchungen Streitberg’s verdanken.

Die Urgermanische grammatik zerfällt, wie sich erwarten
lässt, in zwei hauptteile, deren ersterer die laut- und
accent-lehre zur darstellang bringt und deren zweiter der formenlehre
gewidmet ist. Dem buche geht eine einleitung voraus, welche
über die fachlitteratur, die Stellung des Germ. im indog.
sprachen-kreise und die innere gliederung unserer dialectgruppe orientiert.
Insbesondere ist hervorzuheben, dass Streitberg die von mehreren
forschem vertretene Zweiteilung des Germ. aufgegeben hat und
unter Ostgerm, nur Gotisch-Wandalisch-Burgundisch versteht,
indem er die scandinavischen dialecte mit Schleicher als Nordgerm,
bezeichnet. Der Übergang von intervoc. n, uu in g’g’i, ggu ist die
einzige neuerung, welche das Nordische mit dem Gotischen
gemeinsam vollzogen hat, und es wäre nicht gerechtfertigt blos auf
grund dieses lautwandels die beiden sprachen im gegensatz zum
Westgerm, zu einer scharf begrenzten ostgerra. gruppe zu
verbinden. Dennoch werden die Goten, Wandalen und Burgunden aus
dem scandinavischen norden stammen und, ihren ursprünglichen
Wohnsitzen gemäss, am nächsten mit den nordischen Völkern
ver-want gewesen sein. Die spräche giebt uns freilich keine
genügende auskunft, doch mit recht hat Kossinna (IF. 7, 276 ff.)
neuerdings betont, dass die archäologie in solchen dingen ein
wichtiger zeuge sein kann. "In der jüngsten bronzezeit — sagt dieser
forscher-a. a. o. 279 — dehnt sich das germanische gebiet an der
küste bis zur Weichsel und weiter oberhalb jenseit der mittleren
und oberen Oder nach Osten über so grosse flächen aus, dass ich
zu ihrer besiedlung die hilfe der Scandinavier in anspruch nehmen
muss", und er stützt diese behauptung sowol durch archäologische
beobachtungen wie durch den hinweis auf volksnamen wie z. b.
Goten und Eugen, welche in Scandinavien und Jutland ihre
ent-sprechungen finden. Es ergiebt sich also, dass die Zweiteilung der
Germanen ethnologisch wahrscheinlich ist, woraus aber die
rieh-tigkeit der sprachlichen Zweiteilung noch nicht gefolgert
werden darf. Mit Streitberg finde ich es, vorläufig wenigstens, noch
vorsichtiger das Nordische als selbständige gruppe neben das
Gotische zu stellen und es als ein mittelglied in der germ.
dialect-kette zu betrachten.

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