- Project Runeberg -  Arkiv for/för nordisk filologi / Adertonde Bandet. Ny följd. Fjortonde Bandet. 1902 /
372

(1882) With: Gustav Storm, Axel Kock, Erik Brate, Sophus Bugge, Gustaf Cederschiöld, Hjalmar Falk, Finnur Jónsson, Kristian Kålund, Nils Linder, Adolf Noreen, Gustav Storm, Ludvig F. A. Wimmer, Theodor Wisén
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Hirt: Anmälan.

blinds, blind} blinda, blindis, blindai, blindans, blinda, blindos,
während die übrigen Formen schon pronominal sind. Wir sehen
nun im Ahd. den Prozess fortschreiten und finden fur blinds —
blinier, blinda — blintiu, blindai — blinteru, N. Plur. blinda —
blintiu, Akk. blindans — blinte. Das heisst, es hat eine
Übertragung der pronominalen Form überall da stattgefunden, wo es noch
möglich war. Im Gen. Sing, musste blintes bleiben. Daraus schloss
ich, dass auch in dem rätselhaften blinto eine Pronominalform stecke.
Eine solche Pronominalform liegt in ahd. deo, dio nicht direkt vor,
wohl aber dürfen wir för got. pös eine ahd. Entsprechung *do
erwarten. Die Existenz eines urgerm. *pioø, mit der Walde arbeitet,
halte ich für sehr problematisch, kann aber hier auf die Erklärung
von deo, dio nicht weiter eingehen. Ich kann meine Erklärung
nicht fiir erschüttert ansehen, da sich die angenommene
Analogiebildung durchaus im Bahmen dessen bewegt, was wir sonst finden.
Ich denke, das wird auch Walde anerkennen. Immerhin würde ich
meine Erklärung aufgeben, wenn Walde etwas ganz schlagendes
böte, aber die Annahme eines germ. Akk. Plur. auf scheint
mir doch sehr problematisch.

Im dritten Abschnitt (s. 54—57) bespricht Walde die Frage
nach der Monophthongisierung der Endsilbendiphthonge im
Westgerm. Sie muss in der That mindestens urwestgermanisch sein,
zum Teil möchte ich sie sogar fiir älter halten. Eine aus
Kontraktion entstandene Länge brauchte nicht notwendig mit den alten
zweimorigen Längen zusammenzufallen, Jedenfalls setzt got. Jiaitada
einen Monophthong voraus. Ob es wirklich so schwer ist, got. f aura
und ahd. fora zu trennen, kann ich jetzt nicht entscheiden.

Wichtiger als dieses kurze Kapitel ist die unter IV (s. 58—
72) folgende Auseinandersetzung, ob die Verkürzung der idg.
Langdiphthonge urgermanisch sei. Auch hier bekämpft der Verf. im
wesentlichen meine Aufstellungen. Zunächst ist er aber in einen
Irrtum verfallen, wenn er s. 59 sagt: "Dass nämlich auslautendes
-ö schon vor seiner Verkürzung im Nord, oder Westgerm, zu ~ú
oder nahezu zu -ü geworden war, wird dadurch gesichert, dass wie
bekannt, der Auslaut -0’ der Feminina in slavischen Lehnworten
durch -y wiedergegeben erscheint, vgl. buky ’Buchstabe’ — urgerm.
bökö u. s. w." Nun sind aber diese Worte nicht aus dem. Germ.,
noch viel weniger aus dem Westgerm., sondern einzig aus dem Got.
entlehnt, und die Form auf ~y entspricht der got. -auf -ö, dem
Nom. Sg. der schwachen Feminina. Dieses -ö kann mit dem
west-germ. -u aus -D gar nicht verglichen werden, kann fiir dessen
Qualität also auch nichts beweisen.

Die Hauptfrage ist aber: hat das Kürzungsgesetz der
Langdiphthonge eher als das Morenkürzungsgesetz gewirkt oder
umgekehrt? Ich habe mich für jene Annahme entschieden, Walde nimmt
das zweite an, kommt aber dabei zu Ergebnissen, in denen ich ihm
nicht folgen kann. Ich kann ihm nicht darin folgen, dass in der

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