- Project Runeberg -  Arkiv for/för nordisk filologi / Tjugotredje Bandet. Ny följd. Nittonde Bandet. 1907 /
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(1882) With: Gustav Storm, Axel Kock, Erik Brate, Sophus Bugge, Gustaf Cederschiöld, Hjalmar Falk, Finnur Jónsson, Kristian Kålund, Nils Linder, Adolf Noreen, Gustav Storm, Ludvig F. A. Wimmer, Theodor Wisén
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246 Meyer: Zur agerm. Myth.

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sein einer Fuss mit dem andern einen Sohn (Yaf. 33, Gylf. 5).
Wäre für dies Urwesen, dessen Teile selbständige "Ahnen"
werden, "der Zwiefältige", "der Gespaltene" nicht der
bezeichnendste Name?

Ymi ist, glaube ich, identisch mit Tuisto. Wie dieser
ist er der Yater des eigentlichen Urmenschen, ist er origo
gentis. Freilich steht bei Tacitus nichts von der Tochter,
aber bei ihm ist wohl auch sonst nicht alles ganz in
Ordnung. So hat der deus terra editus keine germanische
Analogie: es wird eine Verwechselung vorliegen, da ja umgekehrt
"aus Ymirs Fleisch die Erde erschaffen ward" (Yaf. 21). Die
eddische Erzählung aber klingt durchaus altertümlich: der
Urriese — der denn auch später zum Yater aller Riesen wird
(Hyndl. 34) — geht aus dem Chaos hervor (und vielleicht
will das Wort des Tacitus auch nicht mehr sagen als eben
dies!): der Riese vertritt an sich überall in der Mythologie
jene Formlosigkeit und grauenhafte Unbestimmtheit, die die
Volksphantasie an den Anfang aller Dinge setzt. Nur noch
ungeformter als die späteren Riesen haben wir ihn uns zu
denken, so etwa wie die jüngeren theologischen Gespinste von
Ururriesen (Yaf. 29). Ymi ist erst, um es modern
auszudrücken, der Vater der Materie: aus seinem Körper gehen
die "Weltteile" (Grim. 40—41) hervor, aber auch die
Menschenwelt selbst durch männliche Parthenogenesis.

Soviel scheint mir recht wahrscheinlich, und ich werde
gleich noch etwas zur Stütze dieser Gleichsetzung von Ymi
und Tuisto anzuführen haben. Erlaube man uns aber für
einen Augenblick, die Ursage noch weiter auszumalen! Ymi
—Tuisto erzeugt unter seinen Achselhöhlen den Mannus, den
Stammvater der Germanen, der wahren Menschen. (Ob nicht
doch die lat. Etymologie des Germanennamens die beste bleibt?)
Daneben auch dessen (namenlose?) Gattin. Erzeugt er
vielleicht mit den Füssen die anderen Völker, die niedere Brut?
Solche Scheidung bei den Ursprungsagen begegnet ja nicht

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