- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång II. 1915 /
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(1914-1934)
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DAS MISSALE FÜR DIE DIÖZESE LEBUS 73

den Farben bemalt ist, und weil der ganze Abzug erheblich weniger kräftig
ist, als in den Revelationes Birgittae. So kommt es, dass an ein Paar Stellen,
so z. B. in der Schraffierung des Gesichtes von Johannes, in der schwarzen
Schuhspitze der Maria, die Farbe auf einzelnen Strichen und Flächen
ausgeblieben oder nicht voll abgedruckt hat. Aber einige der nicht abgedruckten
Stellen machen doch einen späteren Zustand des Stockes im Missale recht
wahrscheinlich. Es ist bekannt, dass die schwarzen Umfassungslinien der
Holzschnitte die Stellen sind, die der Abnutzung am ehesten erliegen, ohne
dass der Holzschneider sich die Mühe der Wiederherstellung macht. Die
Abbildung auf Tafel 3 zeigt, dass der Rahmen hier noch vollkommen intakt
ist. Im Lubucense ist er es nicht; es finden sich an mehreren Stellen kleine
Lücken, obwohl die Umfassungslinie im allgemeinen auch dort breit und
kräftig zum Abdruck gelangt ist. Da es sich nicht nur um eine, sondern
um ein Paar solcher Lücken handelt, ist es nicht wahrscheinlich, dass sie
nur die Folgen des zu schwach geratenen Tiegeldruckes sind, sondern sie
werden doch wohl Abnutzungsspuren des Holzstocks sein. Dann kann das
Lubucense also erst nach der Birgitta, nicht vor dem Jahre 1492 gedruckt
sein, und damit erhebt sich erneut die Frage, ob bei seiner Herstellung der
Stock noch in den Händen Ghotans gewesen ist.

Bei den mannigfaltigen Zusammenhängen, die sich zwischen dem
Missale Lubucense und den Erzeugnissen verschiedener Lübecker Drucker
gefunden haben, ist es natürlich nicht ganz leicht, die Frage für den einen
oder für den anderen zu entscheiden. Insbesondere wird die Frage dadurch
verwickelt, dass Stephan Arndes sich nachweislich nach dem Verschwinden
des Bartholomaeus Ghotan im Besitze von verschiedenen Druckmaterialien
desselben befunden hat. Es wäre danach also keineswegs unmöglich, dass
auch das Lubucense ein Werk des Stephan Arndes wäre, in welchem
Materialien des Barth. Ghotan mit verwendet worden sind. Andererseits ist aber
kein zwingender Grund vorhanden, das Missale dem Barth. Ghotan
abzusprechen. Wir wissen, dass Ghotan wiederholentlich sein Typen material
erneuert und umgebildet hat. Ist doch auch eine weitere Gruppe von
Missaltypen, die sich später in den Händen von Stephan Arndes befunden hat
und ihm in den Jahren 1502 und 1504 zum Drucke von Missalien für die
Dominikaner und Franziskaner gedient hat, insofern auf Barth. Ghotan
zurückzuführen, als sich wenigstens die grössere Missaltype schon in einem
Drucke vorfindet, der den Namen des Bartholomaeus Ghotan trägt. Es ist
deshalb keineswegs die Möglichkeit ohne weiteres von der Hand zu weisen,
dass Ghotan um 1492 bei Gelegenheit eines neuen Auftrags sich ein neues

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