- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång X. 1923 /
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(1914-1935)
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_____________ DIE INDULGENZBULLE PAPST SIXTUS IV 35

Druckwerkstätten schwerlich abgegeben haben, wenigstens nicht für die
Erfurter Geistlichkeit.

Für die Ermittelung des Druckers unserer Bulle haben wir an ihrer
Type trotz ihres geringen Umfanges und der dadurch bedingten
Lückenhaftigkeit des Alphabets ein ausreichendes Material zur Verfügung. Sie hat
O313, zwanzig Zeilen messen 122 mm. Ein Blick in Haeblers
Typenreper-torium I S. 136 No 33 belehrt uns, dass die dort gemachten Angaben auf
die Type 1 des Lucas Brandis passen, mit der dieser in Lübeck seine
bedeutendsten Drucke geschaffen hat, und wenn wir dessen Lebensgeschichte
nachgehen, wird es uns klar werden, warum die Erfurter Auftraggeber
gerade ihn zum Drucker der Indulgenzbulle ausgewählt haben.

Bis zum Anfang des Jahres 1473 gab es im ganzen nördlichen
Deutschland überhaupt noch keine Druckerpresse. Erst im Laufe dieses Jahres
begründete Lucas Brandis eine solche in dem nur etwa 80 Kilometer von
Erfurt entfernt liegenden Merseburg, Ende dieses Jahres in Lübeck,1 diesem
folgte 1476 Rostock, 1480 Magdeburg, 1481 Leipzig usw.2

Also wegen der Nähe seines Wohnorts haben die Erfurter den
Merse-burger Drucker gewählt. Wir müssen annehmen, dass Lucas Brandis in
der ersten Hälfte des Jahres 1473 sein Typenmaterial schuf oder
vervollständigte, denn erst am 3. August 1473 erschien sein erstes datiertes Buch
Augustinus de quaestionibus Orosii (Hain *2077) und am 20. Oktober
desselben Jahres des Aristoteles Lapidarius (Hain 1777, GfT. Taf. 113), ein
dritter Druck das Psalterium cum canticis ist undatiert. Alle drei sind mit
einer derben, schmucklosen, im Ganzen aber nicht unsympathisch wirkenden
Type mit A\ , 20 Zeilen = 121/2 mm gedruckt. Auffallend ist nur die Form
des F2 und das ganz ungewöhnliche aus einem schlanken nach unten offenen
Bogen bestehende N, dessen linke Hälfte ein wenig geschweift ist, während
die rechte Hälfte bis auf den nach rechts umgebogenen Fuss geradlinig ist.

Nach Vollendung dieser Drucke siedelte er nach Lübeck über,3 wo

1 In der Tabelle auf S. 176 meines Buches über die deutschen Drucker muss Lübeck
hinter Merseburg eingeordnet werden.

2 Eine vortreffliche Übersicht dieser Entwickelung und des grossen Vorsprungs, den
der Südwesten Deutschlands mit seiner früheren Kultur auch hinsichtlich der Verbreitung
des Buchdrucks besitzt, bietet die Karte der Germania typographica, die wir im dritten
Bande des Catologue of books printed in the XVth Century now in the British Museum
finden.

3 Die bisherige Annahme, dass er in dem Rest des Jahres in Merseburg eine Ausgabe
von Guillermus’ Postilla mit seinen Lübecker Typen 2. 3. 6 und der Mora 1473 begonnen
und grössenteils vollendet habe, muss wegen der für das Jahr 1473 ganz unzeitgemässen
Typen zum mindesten als höchst unwahrscheinlich bezeichnet werden; das Buch wird
nicht vor 1476 — 77 erschienen sein.

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