- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång X. 1923 /
80

(1914-1935)
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80 KONRAD HAEBLER

das Kanonbild sich auf der Rückseite des entfernten Blattes befunden hat,
so dass es, wenn das Buch aufgeschlagen war, links neben dem Anfang des
Kanontextes zu stehen kam. Das Missale muss, bevor das Bild gestohlen
wurde, lange Zeit so in aufgeschlagenem Zustande aufbewahrt worden sein,
denn hinter dem Falze fand sich eine dicke Schicht von Staub und Fasern,
die sich nach und nach in der Rinne zwischen den Blättern festgesetzt hatte.
Da aber das Papier der ersten Kanonseite durchaus nicht stärker als
andere Partien des Buches vergilbt oder nachgedunkelt ist, muss die
Aufbewahrung an einem Platze erfolgt sein, der zwar dem Staube zugänglich,
gegen das Licht aber gut geschützt war. Man könnte denken, dass das
Buch auf einem Altare einer nicht besonders hellen Seitennische einer Kirche
aufgestellt gewesen ist. Der Text des Kanon beginnt ungewöhnlicher Weise
mit einer in der Kanontype rot gedruckten Überschrift: Prima p[ar]s et
prim[us] ordo Inclina[n]s te die. Das Kanon-T, für das Raum in Höhe von
5 Zeilen ausgespart war, ist in blau und rot, einfach aber nicht ungeschickt
ausgeführt, der ganze Raum aber durch ein nur mit roter Farbe
entworfenes, Maiblumen-ähnliches Muster ausgefüllt. Übrigens sind mit ebensolchen
etwas künstlerischeren Initialen auch der Anfang des Missale und die
Anfänge der einzelnen Teile ausgezeichnet. Für sie ist ein Raum von je
sieben Textzeilen freigelassen, der aber mit 56 mm hinter der Grosse des
Kanon-T von 72 mm nicht unerheblich zurückbleibt. Alle übrigen Initialen,
meist nur in Höhe von ein oder zwei Textzeilen vorgesehen, sind in der
einfachsten Weise abwechselnd in roter oder blauer Farbe eingezeichnet.
Der Satz des Kanon weicht äusserlich insofern von dem Satz im
Magde-burgense von 1480 ab, dass er nur in 19, statt in 20 Zeilen angeordnet ist,
und dass die zahlreichen Zeichen des Kreuzes, für die im Magdeburgense in
der Zeile Platz gelassen ist, im Praemonstratense zwischen den Zeilen über
dem betreffenden Worte angebracht sind. Sie sind aber trotzdem in
Rotdruck, und nicht mit der Hand ausgeführt. Für die Art, in der der
Rotdruck gehandhabt worden ist, gibt die vierte Textseite des Kanon einen
ausgezeichneten Beleg. Auf dieser Seite ist nämlich der Rotdruck etwas zu
hoch, oder richtiger wohl der Schwarzdruck etwas zu tief zu stehen
gekommen, und dabei ist es passiert, dass die rote Einfärbung der vorletzten
Zeile einige Buchstabenköpfe der letzten Zeile mit getroffen hat. Der
schwarze und rote Druck muss also von demselben stehenden Typensatze
abgezogen sein, von dem nur beim Einfärben je die entsprechenden Teile
durch eine Maske abgedeckt worden sind. Auffallend ist es, dass das
schlechte Form-Halten der beiden Farben nur auf Bl. 3 b des Kanons, nicht

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