- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
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(1914-1934)
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28 KONRAD HAEBLER

James Weale’s Bookbindings and rubbings of bindings in the National Arf
Library, South Kensington Museum (London 1894—95), in Betracht, ein
Werk, das zweifellos an wissenschaftlicher Erkenntnis auf einem weit
fortgeschritteneren Standpunkte steht als die Semlersche Arbeit. Auf der
anderen Seite hingegen wird seine Bedeutung dadurch herabgemindert, dass
es doch nur der Katalog einer zufälligen Sammlung ist, die sich nebenher
nicht nur auf den Bucheinband des XVI. Jahrhunderts beschränkt, sondern
ebenso sehr den der vorausgegangenen Zeiten berücksichtigt, und überdies
nicht nur die besondere Art des deutschen Bucheinbandes erfasst, sondern
sich ebenso eingehend mit demjenigen von England, Frankreich, Italien und
den Niederlanden befasst. "Wenn auch in der Sammlung selbst wohl die
charakteristischen deutschen Einbände überwiegen, so ist doch das Interesse
des Verfassers bei weitem lebhafter auf die Erzeugnisse der anderen Gebiete
gerichtet, und der Anlauf zu einer wissenschaftlichen Verwertung der durch
die Sammlung gewonnenen Tatsachen ist im wesentlichen nur für den
eng-lischen Bucheinband gemacht.

Seit "Weale’s Veröffentlichung sind nur wenig Arbeiten monographischer
Art zu verzeichnen. Die Bibliographical Society in London hat zwei
’Mono-graphs’ dem älteren Bucheinbande von Oxford und Cambridge gewidmet
und auf diese trefflichen Arbeiten kann man keineswegs den oben
ausgesprochenen Vorwurf ausdehnen, dass sie über Prunkerzeugnissen die
typischen Erzeugnisse des buchbinderischen Gewerbebetriebes vernachlässigt
hätten. Sie stellen doch aber nur eng begrenzte Ausschnitte aus einer
Geschichte des Bucheinbandes des XVI. Jahrhunderts dar. Dasselbe gilt von
einer kleineren Anzahl von holländischen Arbeiten, die gleichfalls eine
universellere Behandlung des Gegenstandes vermissen lassen, in ihrer
Beschränkung auf ein streng umgrenztes Spezialgebiet aber zu schönen und
vollkommen gesicherten wissenschaftlichen Ergebnissen geführt haben.

In Deutschland hat nur ein Forscher es versucht, auf diesem Gebiete
in einem umfassenderen Sinne vorzugehen. In einer Serie von Aufsätzen, die
unter dem Titel »Zur Praxis und zur Psychologie der älteren Buchbinder»
in der Zeitschrift für Bücherfreunde erschienen sind, hat M. I. Hu s un g den
Versuch gemacht, einzelne Themata aus dem Gebiete des Bucheinbandes des
XVI. Jahrhunderts zu behandeln. Im ganzen kann man aber seine
Untersuchungen nicht wohl als gelungen ansprechen. Er hat nicht nur mit einem
verhältnismässig recht beschränkten Quellenmaterial gearbeitet, sondern er
hat es auch bei dessen Verwertung an der notwendigen wissenschaftlichen
Gründlichkeit und Sorgfalt fehlen lassen, so dass es ihm passieren konnte,

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