- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
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(1914-1934)
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30 KONRAD HAEBLER

die Richtigkeit meiner Auffassungen nachzuprüfen und, auf dem Gewonnenen
fussend, an dem weiteren Ausbau der Forschung mitzuwirken. Bei meinen
Untersuchungen habe ich mich einer strengen Begrenzung befleissigt. Obwohl
ich zu der Überzeugung gelangen musste, dass die Entstehung der
Buch-binderrolle einer etwas früheren Zeit angehört als derjenigen, auf welche
sich meine Materialien in der Hauptsache erstrecken, so habe ich es doch
nur als meine Aufgabe angesehen, den Schmuck des Bucheinbandes im
XVI. Jahrhundert zu verfolgen, so weit er einen figürlichen Charakter trägt.
Die folgende Darstellung wird es ohne weiteres erkennen lassen, warum ich
mich dabei weder auf die Geschichte des Rollstempels noch auf die der
figürlichen Platte beschränken konnte. Beide Formen des Buchschmucks stehen
während dieser Zeit andauernd in einer so engen Beziehung zu einander,
dass man sich eines wertvollen Hilfsmittels zur Erforschung des Gegenstandes
berauben würde, wenn man die Untersuchung auf nur eine der beiden
Formen beschränken wollte. Dagegen habe ich aber allerdings alle diejenigen
Gestaltungen der Ausschmückung des Bucheinbandes im XVI. Jahrhundert
von meiner Betrachtung ausgeschlossen, die nicht durch den figürlichen
Rollstempel oder die figürliche Platte bedingt sind. Meine Untersuchungen sind
also auch aus der Geschichte des Bucheinbandes des XVI. Jahrhunderts nur
ein Ausschnitt. Andere Ausschnitte des Forschungsgebietes, wie z. B. der
Band werkschmuck der Gr olier-Gruppe, die ornamentalen Plattenstempel, die
französierenden Bände der Krause’schen Gruppe werden ihrerseits mit
derselben Berechtigung eine besondere Behandlung beanspruchen dürfen, wie
ich sie den durch die Rollstempelverzierung charakterisierten Bänden habe
zu teil werden lassen. Bevor man zu einer zusammenfassenden Geschichte
des Bucheinbandes des XVI. Jahrhunderts gelangen kann, müssen eben alle
diese einzelnen Erscheinungen zunächst einmal für sich einer eingehenden
Untersuchung unterzogen werden. Erst wenn diese zu hinreichend gesicherten
Ergebnissen geführt hat, wird es möglich sein, vom Einzelnen zum
Allgemeinen fortzuschreiten und damit ein gesichertes Bild von der
Gesamtentwicklung zu gewinnen.

"Wann und wo die Buchbinderrolle zuerst in die Erscheinung getreten
ist, hat noch immer nicht mit Sicherheit ermittelt werden können. Es liegt
das vor allem an den grossen Schwierigkeiten, welche einer bestimmten
Datierung der Bucheinbände entgegenstehen. Die Gepflogenheit, den
Bucheinbänden ein bestimmtes Datum aufzuprägen, hat ja erst verhältnismässig
spät eine weitere Verbreitung gefunden. Wohl begegnen wir schon in sehr
früher Zeit einzelnen Anläufen zu einem solchen Verfahren. Diese haben

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