- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
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(1914-1934)
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34 KONRAD HAEBLER

des XVI. Jahrhunderts zuweisen möchten, darüber nicht täuschen lassen,
dass die Jagdszenen trotz der archaistischen Formen, die in ihnen obwalten,
an und für sich noch nicht für eine besonders frühe Entstehung des
betreffenden Einbandes beweisend sind. Es ist ihnen, wie fast allen anderen
Schmuckformen auch ergangen, dass sie nach einer Periode, in der sie mit
besonderer Vorliebe angewendet worden waren, vereinzelt noch immer
wieder einmal herangezogen wurden, um dem besonderen Geschmack eines
Handwerksmeisters oder Auftraggebers entgegen zu kommen. Wir begegnen
gelegentlich einer Jagdszene noch auf einem Einbände, der im Jahre 1571
hergestellt ist. Trotzdem ist die Tatsache unverkennbar, dass die Rollen
mit der Darstellung von Jagdszenen einer früheren Entwicklungszeit der
Rollstempelverzierung angehören, und nach einer kurzen Blütezeit rasch von
den reicher ausgestalteten figürlichen Elementen des Einbandschmuckes
verdrängt worden sind. Auch ihre Heimat aber liegt im südlichen Deutschland.
Sie finden sich besonders häufig auch auf Bänden, die im östlichen
Frankenlande, in Regensburg, und noch weiter im Osten entstanden zu sein
scheinen, während man sie am Rhein und in Mitteldeutschland mehr nur
vereinzelt antrifft.

Die beiden bisher erwähnten Formen der Buchbinderrolle tragen fast
niemals irgend eine Bezeichnung, weder ein Datum, noch Initialen, noch
ein Monogramm. Wenn man statistisch das Aufkommen dieser Bezeichnungen
verfolgt, so wird man geneigt sein, auch in ihrem Fehlen ein Zeichen für
das höhere Alter der erwähnten Formen finden zu wollen. Die Rollen mit
pflanzlichen Motiven haben allerdings durch das ganze XVI. Jahrhundert
hindurch sich zu behaupten verstanden. Doch herrscht zwischen den aus
der Wiederholung des Einzelstempels herausgewachsenen Pflanzenrollen und
den unter dem Einflüsse der Renaissance immer ornamentaler ausgestalteten
vegetabilischen Motiven der späteren Zeit ein leicht erkennbarer Unterschied.
Die letzterwähnten Muster nehmen selbstverständlich an dem allgemeinen
Fortgang der Entwicklung ihren vollen Anteil, während die einfacheren
Formen der Frühzeit schon fast ganz verschwinden, ehe die Gepflogenheit
allgemeiner Platz greift, die Rollen mit Buchstaben und Daten zu
bezeichnen. Von Jagdszenen ist mir überhaupt nur eine einzige begegnet, die durch
Initialen etwas von ihrem Ursprunge verrät.

Die gewichtigste Frage für die Erforschung der von mir oben näher
begrenzten Gruppe von Bucheinbänden des XVI. Jahrhunderts ist diejenige
nach der Bedeutung der Initialen und Monogramme, denen man auf ihnen
so vielfach begegnet. Bis vor kurzem hat man fast ganz allgemein ange-

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