- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
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(1914-1934)
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DER ROLLSTEMPEL UND SEINE INITIALEN 39

chungen, die sich in der Hauptsache auf die Bestände der Sächsischen
Landesbibliothek in Dresden stützten. Von allen Buchbindern des XVI. Jahrhunderts
hat sich bis jetzt nur ein einziger einer eingehenderen wissenschaftlichen
Behandlung zu erfreuen gehabt; das ist der Hofbuchbinder des Kurfürsten
August von Sachsen, Jakob Krause. Nach den Arbeiten von Steche und
von Berlin g hat ihm neuerdings Frl. Christel Schmidt eine ausführlichere
Monographie gewidmet, in der sie sein gesamtes Material von Stempeln der
verschiedensten Art zur Abbildung gebracht hat. Gleichzeitig hat die
Sächsische Landesbibliothek aus ihren Beständen eine geradezu überwältigende
Fülle von Krauseschen Buchbinderarbeiten in ihrem Ausstellungsräume
zusammengebracht, und aus dieser ersieht man, dass Krause durchaus nicht nur
jene geschmackvollen »welschen» Einbände in Goldpressung auf braunem
Kalbleder hergestellt hat, um deren willen er berühmt und vorbildlich
geworden ist, sondern dass er auch in beträchtlichem Umfange in der mehr
gewerbs-mässigen Form der Schweinslederbände mit Blindpressung gearbeitet hat,
mit der wir uns hier zu beschäftigen haben. Dabei stellt es sich heraus,
dass Jakob Krause für diese Art der Einbände neben einer grösseren Anzahl
von teils bezeichneten, zum grösseren Teile aber unbezeichneten Platten auch
vier Rollstempel verwendet hat, die sämtlich mit den Initialen I. K. bezeichnet
sind. Zwei dieser Rollen veranschaulichen weit verbreitete religiöse Motive,
indem sie den Salvator mundi, das eine Mal mit David, Paulus und Johannes,
das andere Mal mit Petrus, Paulus und Johannes zur Darstellung bringen.
Im ersteren Falle trägt der Johannes, im letzteren der Petrus die Initialen.
Eine dritte Rolle zeigt zwischen Pflanzenornamenten vier Medaillons mit den
Köpfen von Luther, Huss, Erasmus und Melanchthon; hier finden sich die
Initialen ziemlich versteckt in den Ornamenten unter dem Porträt Luthers.
Endlich veranschaulicht eine vierte Rolle vier unbezeichnete Köpfe, die mit
ebenso vielen Wappenschilden abwechseln, auf denen die Embleme von
Sachsen, die Kurschwerter, der Doppeladler und die Hausmarke des
Buchbinders, eine Vase mit Blumen, und daneben seine Initialen dargestellt
sind. Man wusste schon lange, dass eine erhebliche Anzahl der von Krause
eingebundenen Bücher von ihm mit einer Bezeichnung versehen ^worden sind.
Besonders sind es die kunstvollen Verzierungen des Buchschnittes, in denen
Krause mit Vorliebe die Buchstaben /. K. F. (= Jacob Krause fectt)
angebracht hat, doch finden sich seine Initialen mit oder ohne das F auch nicht
eben selten in Typendruck auf seinen »welschen» Einbänden wieder. Es
kann sonach auch darüber kein Zweifel bestehen, dass das /. K. der Rollen
nicht etwa einen Stempelschneider bezeichnet, dessen Name zufällig dieselben

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