- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
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(1914-1934)
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40 KONRAD HAEBLER

Anfangsbuchstaben besessen hat, wie der des Buchbinders, sondern dass
dieser selbst sich in einer solchen Form als Urheber der Einbände hat zu
erkennen geben wollen. Die Tatsache wird besonders überzeugend durch
den Umstand, dass Jakob Krause auf allen vier Rollen seine Initialen hat
anbringen lassen, und dass in seinem Besitze sich keine weitere Rolle mit
anderen Initialen oder auch nur ohne solche bezeichnende Ausstattung hat
nachweisen lassen. Was wir in den Fällen Hendricks und Lincke noch
etwas vereinzelt angetroffen hatten, finden wir also hier bei einem der
hervorragendsten Vertreter seines Faches zu einer festen Gewohnheit ausgebildet.
Dass diese Gewohnheit sich ganz besonders in den kursächsischen Landen
ausgebildet hatte, das beweist das ausserordentlich häufige Vorkommen der
kursächsischen Wappenbilder auf Rollen und sogar auch auf Platten, die für
den Gebrauch des Buchbinders bestimmt waren. Es sind durchaus nicht
immer nur namenlose Köpfe, die in den Buchbinderrollen mit den sächsischen
Wappen zusammen dargestellt werden, sondern dieselben Embleme begegnen
uns fast ebenso oft zwischen den Köpfen der Reformatoren, ja auch, noch
weniger sachlich berechtigt, zwischen den Köpfen der klassischen Autoren :
Caesar, Cicero, Ovid und Vergil. Es wurde oben schon erwähnt, dass auch
ein paar Puttenrollen mit den sächsischen Wappen geziert sind. Neben den
spezifisch sächsischen Figuren finden sich allerdings gelegentlich auch solche,
die auf andere Zusammenhänge hinweisen, so die Wappen verschiedener
sächsischer Städte, und besonders häufig die Hausmarken der Buchbinder.
Dagegen ist die Zahl der heraldischen Rollen, denen jeder Hinweis auf einen
Zusammenhang mit den sächsischen Landen fehlt, eine Verhältnis massig so
wenig grosse, dass man es wohl wagen darf, die Form, in der sich der
Bucheinband mit Blindpressung um die Mitte des XVI. Jahrhunderts
entwickelt hatte, als eine spezifisch sächsische anzusprechen.

Die Reformation hatte der Stadt Wittenberg in bezug auf das deutsche
Buchwesen eine ähnliche Stellung verschafft, wie sie nachmals dank der
Tätigkeit des Börsenvereins der deutschen Buchhändler der Stadt Leipzig zu
teil geworden ist. Neben der Büchererzeugung ist daher auch der
Bucheinband um diese Zeit bis zu einem gewissen Grade in Wittenberg zentralisiert,
und seine Werkstätten wirken in weite Kreise hinaus vorbildlich. Damit soll
nun zwar keineswegs gesagt sein, dass der mit figürlicher Blindpressung
geschmückte weissgelbe Schweinslederband eine Erfindung oder mehr oder
weniger ein Privileg der Wittenberger Buchbinder gewesen sei. Die
angeführten Beispiele der ältesten bezeichneten Rollstempel weisen ja schon darauf
hin, dass die Erfindung aller Wahrscheinlichkeit nach in einer südlicheren

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