- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
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(1914-1934)
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DER ROLLSTEMPEL UND SEINE INITIALEN 43

liehe Darstellung in Goldpressung zum Schmucke eines Bucheinbandes
verwendet worden ist, so lassen doch die Verhältnisse so viel erkennen, dass
die Goldpressung im dritten Jahrzehnt des XVI. Jahrhunderts fast ebenso
früh ihre datierten Zeugnisse hinterlassen hat wie die Buchbinderrolle.

Allerdings ist dabei ein bemerkenswerter Unterschied zu beobachten.
Die Goldpressung begegnet uns bis tief in das XVI. Jahrhundert hinein fast
ausschliesslich auf farbigen — braunen, roten oder schwarzen —
Kalblederbänden. Erst in späteren Jahren wird der Versuch gemacht, sich ihrer auch
in Verbindung mit weissem Schweinsleder, gelegentlich auch mit weissem
Schafs- oder Wildleder zu bedienen. Aber auch die Blindpressung, nicht nur
mit der Buchbinderplatte, sondern auch mit dem Rollstempel, ist schon längere
Zeit für Kalblederbände in Gebrauch gewesen, ehe das billigere Schweinsleder
(Pergament) diese aus dem gewerbsmässigen Bucheinbande verdrängte.

Im Bezug auf die Bezeichnung macht nun aber die Buchbinderplatte
genau dieselbe Entwicklung durch wie der Rollstempel. Im Verlaufe der
Zeit kommt es immer häufiger vor, dass eine solche Platte an irgend einer
wenig auffälligen Stelle entweder eine Jahreszahl trägt, oder aber Initialen
oder ein Monogramm aufweist. Häufiger aber als auf den Rollen begegnen
wir auf den Platten auch der Erscheinung, dass sie nicht nur eine dieser
drei Bezeichnungen, sondern mehrere, nicht selten sogar alle drei trägt.
Und die Plattenstempel gehen in einer Beziehung noch einen Schritt über
das bei den Rollen Beobachtete hinaus: sie sind gelegentlich nicht nur mit
Initialen, sondern sogar mit abgekürzten oder auch völlig ausgedruckten
Namen versehen. Ihre grosse Bedeutung für die Frage nach dem Wesen
der auf Buchbinderstempeln vorkommenden Initialen liegt nun gerade darin,
dass uns zwar nicht die Rollen, wohl aber die Platten in einer ganzen Reihe
von Fällen ganze Namen statt der blossen Initialen überliefern. Wenn es
sich nun dann zeigt, dass die Namen auf den Platten eines Einbandes mit
denselben Buchstaben des Alphabetes beginnen, die wir als Initialen auf den
Rollstempeln wiederfinden, mit denen auf denselben Einbänden der
umfassende Rahmen für die Abdrücke der Plattenstempel gebildet ist, so sind wir
wohl zu der Annahme berechtigt, dass die Bedeutung, die den Initialen der
Rollstempel zukommt, dieselbe ist, die auch den Initialen und den vollen
Namen auf den Stempelplatten gebührt.

An diesem Punkte finden wir die unwiderleglichen Beweise für den
wahren Charakter beider Bezeichnungsarten.

Bereits Johann Salomo Semler hatte beobachtet, dass auf Einbänden
der Halleschen Universitätsbibliothek neben zahlreichen Initialen auch ein

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