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44 KONRAD HAEBLER
paar Mal vollständige Namen vorkamen. Getreu seiner grundsätzlichen
Auffassung war er der Überzeugung, damit die Persönlichkeiten verschiedener
Stempelschneider festgestellt zu haben. So führt er unter seiner No. 62 ein
Plattenpaar auf, das die Vorder- und Rückseite ein und desselben Bandes
ziert — es stellt einen Crucifixus und eine ihm entsprechende Justitia dar —,
das mit den Inschriften M. Georg Kirsten, resp. Meis der (!) Georgius
Kirs te ausgestattet ist, wobei der Crucifixus an einer anderen Stelle auch
noch die Jahreszahl 1576 trägt. Derselbe Semler verzeichnet unter No. 96
einen Einband mit einem Wappen der Fürsten von Anhalt, auf dem unten
die Inschrift Georgius Kammelber erscheint. Auch Weale hat die
beiden Platten mit dem Namen des Georg Kirsten gekannt und beschreibt sie
unter der No. 798 seiner Rubbings. Er verzeichnet aber ausserdem noch ein
anderes ähnliches Vorkommen von weit beträchtlicherem Umfange. Unter
No. 192 seiner Bindings führt Weale eine Ausgabe von I. Cureus, Gentis
Silesiae Annales an, deren Deckel mit einem doppelten Rollstempelrahmen
ausgestattet sind, von dem nicht weniger als acht verschiedene Stempelplatten
umfasst werden. Von diesen Platten ist nur eine, das Porträt des Kurfürsten
Johann Friedrich von Sachsen, gänzlich ohne Bezeichnung, vier andere Platten:
eine Fortuna, eine Justitia, ein sächsisches Wappen und ein Porträt Karls V.
sind mit den Initialen T. K. bezeichnet, die übrigens auch auf einer der
Einfassungsrollen vorkommen. Die drei letzten Platten aber: ein Crucifixus
und die Bildnisse von Luther und Melanchthon tragen den vollen Namen
Thomas Kruger, und das Porträt Melanchthons auch noch die Jahreszahl
1562. Von demselben Thomas Kruger habe ich selbst noch vier weitere
bezeichnete Platten bei meinen Nachforschungen angetroffen. Zwei von
diesen: ein Porträt Melanchthons in ganzer Figur und eine Darstellung des
Einzugs Christi in Jerusalem sind nur mit seinen Initialen bezeichnet. Die
beiden anderen aber bieten wieder seinen vollen Namen: ein Wappen des
h. Römischen Reiches ist bezeichnet T. Kruger, und eine Darstellung der
Szene, wie Maria Magdalena die Fusse des Herrn mit ihren Haaren trocknet,
trägt auch den Vornamen ausgeschrieben: Thomas Kruger.
Es sind mir im Laufe meiner Untersuchungen noch eine kleine Anzahl
anderer Platten vorgekommen, die abgekürzt oder mit allen Buchstaben
einen Namen tragen. Vor allem kann ich zu dem oben schon erwähnten
Georg Kammelber noch einige ergänzende und berichtigende Nachrichten
beibringen. Auch dieser Name begegnet nicht nur auf der einen von Semler
erwähnten Platte. Ich bin wenigstens der Überzeugung, dass wir es immer
mit derselben Persönlichkeit zu tun haben, wenn wir auf einer Platte, die
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