- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
50

(1914-1934)
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50 KONRAD HAEBLER

Überzeugung aufgeprägt, dass überall da, wo auf dem Einbandschmuck
neben frei stehenden Buchstaben noch ein Monogramm sich vorfindet, dieses
letztere als das Zeichen des Stechers, des Künstlers anzusehen ist. Diese
Folgerung ergab sich eigentlich schon aus den Untersuchungen, die von E.
Kronenberg und von M. I. Husung über die Rollen mit den Initialen oder
vielmehr mit dem Monogramm NP angestellt worden sind. Offenbar ist es
nur ein durch die Beschränkung auf die einzelne Tatsache begründeter
Zufall, dass die Verfasser nicht zu diesem Schlüsse gekommen sind, der sich
ihnen aufgedrängt haben würde, sobald sie in die Lage gekommen wären,
ihre Untersuchungen auf eine Reihe von gleichartigen Vorkommnissen
auszudehnen.

In dem Falle des Stechers N. P. liegen die Verhältnisse insofern sehr
ungewöhnlich, als wir sein Monogramm ganz ausschliesslich nur auf
Rollstempeln finden. Deren kennen wir jetzt allerdings annähernd drei Dutzend,
von denen 24 aus den Jahren 1549—1563 datiert sind.1 Von allen diesen
trägt nur ein einziger neben dem Monogramm des Künstlers auch noch
die Initialen eines Buchbinders, die nur durch ein glückliches
Zusammentreffen von Umständen als solche gesichert werden konnten. Ein paar
weitere Beispiele werden die Tatsache aber deutlicher erkennen lassen.

Nächst dem Meister N. P. ist kein Monogrammist auf dem Materiale der
Buchbinder unserer Periode so häufig anzutreffen, als der Künstler, der
sich durch das Monogramm V. M. zu erkennen giebt. Allerdings sind wir
nicht vollkommen sicher, ob alle die 25 Stempel, die mir bis jetzt vor Augen
gekommen sind, auch wirklich alle von ein und demselben Stecher herrühren.
Die Gestalt des Monogramms ist nämlich nicht überall ganz die gleiche.
Am häufigsten treffen wir es in der Form an, dass einem M mit schräg
stehenden Aussenschenkeln und wenig tiefem Mittelwinkel ein V in der
Weise eingeschrieben ist, dass seine Spitze bis zur Basis reicht und seine
Sckenkel parallel zu dem "Winkel des M verlaufen. In einigen Fällen tritt
über der Mitte dieses Monogramms noch ein kleines Kreuz in Erscheinung,
ganz vereinzelt sind auch einmal die Schenkel des M senkrecht, wodurch
das Monogramm eine breite und sehr viel weniger gefällige Gestalt gewinnt.
Da aber keine äusseren Gründe zu erkennen sind, um aus der veränderten
Form auf einen verschiedenen Urheber zu schliessen, so dürfen wir wohl

1 Das Datum 1520 auf der astronomischen Rolle, die Husung in Zeitschr. f.
Bücherfreunde, N. F., Bd XII (1920/21): H. 4, No. 29 abbildet, ist entweder verlesen — auf der
Reproduktion ist es überhaupt nicht mit Sicherheit zu erkennen — oder es muss ihm eine
andere Bedeutung beigemessen werden. Von der geschlossenen "Wirksamkeit des Künstlers
liegt es so weit ab, dass es als Datierung nicht in Betracht kommen kann.

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Project Runeberg, Sun Oct 8 00:48:39 2006 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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