- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XI. 1924 /
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(1914-1934)
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DER ROLLSTEMPEL UND SEINE INITIALEN 51

vorläufig das Ganze als das Werk eines einzigen Meisters ansehen. Im
Gegensatz zum Meister N. P. hat sich der Künstler V. M. ganz vorwiegend
mit dem Stich von Platten beschäftigt, oder sich wenigstens hauptsächlich
nur auf solchen zu erkennen gegeben. Nur 3 Rollen stehen 22 Platten
gegenüber, aber diese Rollen weisen wenigstens alle drei sein Monogramm
in der charakteristischen Form auf. Datiert sind von allen seinen Werken
nur ein Crucifixus aus dem Jahre 1563, eine Lucretia von 1564 und eine
Gruppe Venus und Amor aus dem Jahre 1567. Der Meister V. M. hat aber
nun in umfänglichstem Masse Platten- und Rollstempel in fremdem Auftrage,
d. h. unter Beifügung von weiteren Initialen zu seinem eigenen Monogramm
hergestellt, und nach dem, was wir weiter oben festgestellt haben, sind wir
wohl berechtigt, hinter diesen Initialen die Namen von Buchbindern zu
suchen, die diese Stempel von dem Meister V. M. bestellt oder bezogen
haben. Dass wir damit nicht in der Irre gehen, wird durch die Tatsache
bestätigt, dass unter anderem das Monogramm unseres Stempelschneiders
sich auch auf einer Darstellung der Jael wiederfindet, die nicht nur mit
Initialen, sondern mit dem abgekürzten Namen T. Reut, bezeichnet ist.
Dass darunter der Wittenberger Buchbindermeister Thomas Reuter zu
verstehen ist, haben wir oben ausgeführt. Ausser diesem kommen nun aber
noch die Initialen von neun anderen Buchbindern in Verbinduug mit dem
Monogramme des Meisters V. M. vor, der demnach einen recht
umfänglichen Kundenkreis mit seinen Arbeiten versorgt zu haben scheint.

Ein anderer Meister giebt sich durch das Monogramm MA zu erkennen.
Von ihm sind mir nur zwei Platten, dagegen 8 oder 9 Rollen bekannt
geworden, von denen eine verhältnismässig grosse Zahl mit einem Datum
versehen ist. Sechs mal erscheinen in Verbindung mit seinem Monogramme
bestimmte Jahreszahlen, die ihn vom Jahre 1536 bis zum Jahre 1541 in
fortgesetzter Tätigkeit erscheinen lassen. Auch sein Monogramm findet sich
vielfach zusammen auf seinen Stempeln mit frei stehenden Initialen als
Zeichen dafür, dass die Arbeiten für bestimmte Buchbinder ausgeführt
worden sind. Nach den Buchstaben zu schliessen, sind es sechs
verschiedene Meister gewesen, die er mit Materialien für den Einbandschmuck
versorgt hat.

Es sind mir wohl noch eine Anzahl weiterer Monogramme auf Platten
und Rollen des XVI. Jahrhunderts teils in Verbindung mit frei stehenden
Initialen, teils als einzige Bezeichnung der Stempel begegnet, aber von ihnen
hat allerdings keins eine ähnlich häufige Anwendung gefunden, wie wir sie
für die Monogramme der Meister N. P., V. M. und M. A. nachweisen

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