- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XII. 1925 /
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(1914-1934)
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DIE HOFBIBLIOTHEK JULIUS ECHTERS 27

Als weiteren Schmuck von eigenartigem Reize haben die Folianten der
Würzburger Schlossbibliothek auf dem grünlichen Schnitte in Goldbuchstaben
eingeschlagen den Namen des Fürsten, darüber den gekürzten Titel des Werkes,
darunter die Jahrzahl des Bindens bzw. das Jahr, in dem diese neue Zier
schon gebundenen Büchern aufgeprägt wurde (Fig. 4). Bei dem Bamberger
Bande z. B., der »Alberti Bruni Consiliorum feudalium tomi II. Francofurti
1578» enthält, erscheinen auf dem Schnitte in Goldschrift die Worte: CONS:
FEVDALIA. BRVNI. — IVLIVS DEI GRÄ EPS WIRCEBV: ET FRAN:
ORIENTA: DVX — 1580. Wie gesagt, wurde dieser Aufdruck nur bei den
Folianten, nicht bei den kleineren Formaten vorgenommen und auch nur
so lange, als die Einpressung von Supralibros in Übung war. ’Bei den
kleineren Formaten wurde der Inhalt durch Aufschrift auf den Rücken der
Bücher angegeben. Aus den Aufdrucken der Folianten lässt sich schliessen,
dass sie mit dem Schnitte nach innen, dem Beschauer zugewandt, auf den
Gestellen lagerten.

Die Nachricht, dass Julius seine literarischen Schätze auch mit
kostbaren Silberbeschlägen ausgestattet habe, dürfte dagegen ins Reich der Fabel
zu verweisen sein. Sie taucht m. W. erstmals in der »Summarischen
Beschreibung Welcher gestalten . . . Gustavus Adolphus . . . ins Franckenland . . .
kommen» auf, also kurz nach dem schwedischen Einfall,1 und spricht von
»mit Silber beschlagenen Büchern der berühmtesten Autoren inmassen man
viel Marck Silbers davon zusammengebracht». Inzwischen ist sie oft
wiederholt worden. Walde musste dagegen nach dem Befunde in Uppsala
feststellen, dass bei den Würzburger Büchern wie bei den alten Beutestücken
überhaupt zwar die Beschläge abgerissen seien, dass aber die Reste für
weniger edles Metall, nämlich für Messing sprächen. Natürlich können
trotzdem einzelne besonders wertvolle oder hochgeschätzte Werke auch mit
silbernen Beschlägen versehen gewesen sein, aber für die Gesamtheit der
Bibliothek oder auch nur für grosse Teile derselben wird man es nicht mehr
behaupten dürfen.

Wenigstens von einem der wackeren Buchbinder, die Julius für sich
arbeiten Hess, kennen wir den Namen,2 von Johann Weiss aus Naumburg

deckel hat die Platte mit dem hi. Kilian und dem Echterwappen, der hintere Deckel den hi.
Burkardus mit dem Stiftswappen, der Vorderdeckel dazu den Aufdruck M. P. D. H. 1584.
Auch dieses Werk gehörte demnach nicht zur Hofbibliothek. Bei den Wappen in
Blindpressung ist also besondere Vorsicht geboten, da die Platten von einem "Würzburger
Buchbinder auch bei privaten Arbeiten verwendet wurden.

1 Bei Gropp, Collectio, III, S. 440.

2 St. A. Wurzburg, Standbuch 646, Bl. 58 r.—59 r.

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