- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XIV. 1927 /
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(1914-1934)
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DER »BIRGITTEN-MEISTER» = PETER VISCHER?____________11

mit dem Birgitten-Meister gerechtfertigt erscheint. Dem vereinigten Werke
werden dann eine grosse Anzahl weiterer Holzschnitte sowohl wie
Zeich-nungen, Glasgemälde und Tafelmalereien angefiigt, die am Schluss des Buches
in einer chronologischen Ubersicht zusammengestellt sind und 124 Arbeiten
(die Folgen jeweils als eine gezählt) umfassen.

Als bemerkenswerteste Neuzuweisungen, die auch vermutlich die
Diskussion wiederum anregen werden, erscheinen die in engstem
Zusammen-hang mit Durer gegebenen. Der Rosenkranz-Birgitten-Meister wird hier als
Mitarbeiter an der Ehrenpforte Kaiser Maximilians in Anspruch genommen
fiir die von Giehlow1 nachträglich dem Anteile Hans Springinklees
hinzuge-fiigten Stiicke aus den Umkehrungen der rechten Diirerschen zur linken
Pfortenhälfte, fiir die zwei von Dodgson2 Durer zugewiesenen Königstriaden
am linken Seitenturm und fiir zwei historische Darstellungen. Ferner nimmt
Röttinger die tibertragung der Zeichnung des grossen Triumphwagens Durers
von 1518 auf den Stock fiir den Schnitt von 1522, sowie eine Beteiligung
am kleinen Triumphwagen an. Uberraschender sind die Zuweisungen sonst
durchaus als Durers Originale geltender Holzschnitte. Fiir die Loslösung
der hi. Sippe und des hi. Christoph von 1511 aus Durers Werk, in dem sie
mit unverständlichen Schwächen seltsam fiir sich stehen, fallen Röttingers
Griinde wohl ausschlaggebend ins Gewicht. Schwer scheint es dagegen
bei einem sowohl in Entwurf wie Durchfiihrung hochwertigen Blått wie die
(freilich auch sonst nicht unbestrittene) Karthäuser-Madonna3 nicht an
Eigen-händigkeit Diirers zu denken, zu dessen Werken sich zudem so offenkundige
Beziehungen ergeben: man vergleiche nur einmal das Jesuskind mit den
Engel-knaben der Maria mit den Engeln von 1518. Ähnliches gilt wohl fiir das
Canonblatt von 1516 und die Wappen von Nurnberg, während fiir die
öster-reichischen Schutzheiligen die Zweifel an Durer bestehen bleiben, Stets als
fraglich hat der ebenfalls herangezogene St. Christoph (B 105), meist so der
Christus am Kreuz mit drei Engeln gegolten. Gegen die Zuweisung des
Schulmeisters und des Crucifixus von 1510 ist doch wohl die Bedenklichkeit
der Annahme zu beriicksichtigen, dass just Durer also fiir die
Flugblattaus-gaben seiner Reime fremde Illustrationen gewählt haben musse; ein sicherer
Einblick, welcherlei Zufälle bei diesen Dingen mitgespielt haben können, ist
uns heute freilich versagt. Dass Durer aber die beiden Blätter, Biicherzeichen
und Titeleinfassung, fiir seinen nächsten Freund Pirckheimer aus der Hand

1 In Beiträge zur Kunstgeschichte Franz Wickhoff gewidmet ("Wien 1903), S. 91—110.

3 Catalogue, I, S. 318.

3 MAX Geisberg in Der deutsche Einblattholzschnitt in der ersten Half te des 16.
Jahrh., XIII: 16 hat sie als Durers Original veröffentlicht.

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