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12 HILDEGARD ZIMMERMANN
gegeben haben solle, wird stets umso weniger wahrscheinlich sein, als seine
Art sich so deutlich darin ausspricht1; hier schliesst sich auch das Wappen
des Hieronymus Ebner aufs engste und also wohl gleichfalls eigenhändig an.
Mit der »Durer-Gruppe» verbunden erscheinen auch die höchst
beachtens-werten Zuweisungen meist als Springinklee bestimmter Blätter: die beiden
Darstellungen des hi. Sebald von 1514 und 1518 und die grosse Säule; ferner
(sonst verschieden bestimmt) der hi. Sebald auf der Säule, der anonyme
Hieronymus in Drucken Höltzels, die hi. Familie (B. App. 12), die hi. Anna
selbdritt von 1519, der Ecce homo von 1521, der Crucifixus (Passavant 175),
sowie die sogen. Michelfelder Tapete und, zu den friihesten Werken um 1500
gehörend, der grosse Kalvarienberg des Berliner Kabinetts, der hi. Sebastian
(P. 182) und die Beweinung Christi des British Museums.
Von besonderer Bedeutung ist die Heranziehung der Titeleinfassung
mit der Taufe Christi (B. App. 30) von 1517, deren Beziehung zur
Rosenkranz-Gruppe besonders eng erscheint, aber auch treffende Vergleichspunkte
mit der Birgitten-Gruppe ergibt. In eine Reihe mit ihr gehört, um acht
Jahre zuriickliegend, das Canonblatt des Missale Herbipolense (P. App. 228)
und, ca. zehn Jahre später, zwei Titeleinfassungen sowie Hochleisten Balthasar
Mullers in "Wurzburg. Die Einheitlichkeit der von Diirer abhängigen
dekora-tiven Seite der Kunst des Birgitten-Meisters tritt hier ixber einen Zeitraum
von fast 20 Jahrén hinweg schlagend hervor und ebenso wichtig wie die
hier gewonnene Erkenntnis derselben ist die Erweiterung seiner Tätigkeit
bis in die zweite Half te der zwanziger Jahre hinein. Hier hat nun auch
Sebald Beham einige Abgaben an den Meister zu machen: die
Titeleinfassung zu Luthers Betbiichlein2 (Pauli 1339) erscheint der erwähnten Reihe aufs
engste zugehörig, die grosse Tapete (Pauli 1342) und die von Geisberg Beham
zugewiesene von den Vögeln geneckte Eule schliessen sich an. Zwei weitere
Beham-Holzschnitte, das Haupt Christi (Pauli 829) und Maria mit dem Kinde
(Pauli 886), fiigt Röttinger an anderer Stelle ein.
In ähnlicher Weise wie bei den Holzschnitten stellt Röttinger im
An-schluss an die der Birgitten-Gruppe entsprechende Zeichnungsfolge zum
Leben des hi. Benedikt das Zeichnungs-Werk zusammen, zu dem ebenfalls
1 Röttinger selbst weist die engen Beziehungen zu Diirer und Springinklee als Kopisten
nach, sodass die Beziehungen zum "Werke des letzteren, die Dodgson bestimmten ihm (mit
einigem Zögern) die Titeleinfassung zu geben, fur die Zuschreibung fortfallen.
2 Erhard Schön hat nicht, wie Röttinger meint, die ganze Titeleinfassung kopiert,
sondern derselben nur in einem zweiten Zustande zur Erweiterung des Schriftfeldes ein
neues unteres Mittelstiick hinzugefiigt. (Vgl. Mitteil. d. Gesellschaft f. vervielfältig. Kunst,
1926: H. 4).
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