- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XVI. 1929 /
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(1914-1934)
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FRAGMENTE EINER NIEDERDEUTSCHEN HOLZSCHNITT-PASSION 29

tegnelse over xylografiske Tryk, og fandtes heller ikke afbildede i de for mig
tilgængelige Faksimiler af Træsnit. Jeg sendte derfor Fotografier af de to
Fragmenter, tilligemed Kopier af de anvendte Farver, udført i Vandfarve
af Konservator Rønne ved »Statens Museum for Kunst», ned til den bedste
Kender af den Tids Træsnit Professor W. L. Schreiber i Potsdam med
Anmodning om en Udtalelse. Professor Schreiber har været saa elskværdig at
meddele nedenstaaende Resultat af sine Undersøgelser.

V. M—n.

Obschon mancher bei dem ersten Anblick der beigefügten Abbildungen
denken mag, dass sich ein Eingehen auf solche rohen Arbeiten nicht
verlohne, so haben diese doch für die kunstgeschichtliche Forschung erheblichen
Wert, wenn sie auch unser künstlerisches Gefühl nicht befriedigen können.

Betrachten wir zunächst die fast vollständig erhaltene Darstellung des
Verrats und der Gefangennahme Christi (Abb. 1), so sehen wir im
Vordergrund die aus zugespitzten Brettern bestehende Einfriedigung des Gartens
Gethsemane. Das in der unteren rechten Ecke angedeutete Viereck deutet den
über den Bach Kidron (Joh. 18, l) führenden Steg an. Im Innern des Gartens
ist links in halber Höhe der Fels angedeutet, vor dem in der damals üblichen
Auffassung Christus im Gebet zu Gott die Worte sprach: »Ist es möglich, so
gehe dieser Kelch von mir». Daneben steht Petrus mit erhobenem Schwert
hinter dem mit Laterne und Knüppel versehenen, in die Knie gesunkenen
Malchus, dessen abgeschlagenes Ohr der Herr mit der rechten Hand anheilt.
Dieser empfängt von links den Kuss des Judas, während ein rechts stehender
Krieger ihn bei der Brust ergriffen hat und nach rechts zu ziehen sucht, wo das
Tor des Gartens sehr nachlässig angedeutet ist, da die linke Rahmenwand fehlt.

An Einzelheiten wäre zu bemerken: In der Bibel ist gesagt, dass die
Gefangennahme durch eine »Schar» erfolgte; diese ist durch einen links von
dem Krieger angebrachten Heim mit kaum erkennbaren Gesichtszügen und
einen Topfhelm zwischen Petrus und Judas markiert. Auffällig sind bei
dem voll sichtbaren Krieger die unter den Schulterkacheln herabhängenden
Tuchstreifen, die zu Oberärmeln ausgebildet sind, und die an seinem
Rocksaum befindliche, aus einzelnen Buchstaben gebildete Verzierung — eine
ursprünglich an Frauenkleidern auftretende Mode, die schon 1356 in Speier
verboten wurde, sich aber trotzdem bis in den Anfang des 16. Jahrhunderts
erhielt. Rechts von diesem Bilde hat sich noch ein Streifen der »Geisselung»
erhalten, nämlich die Rückenpartie des Henkerknechts, der, um einen recht
kräftigen Schlag auszuführen, die Hand mit der Rute rückwärts gebogen hat.

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