- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XVI. 1929 /
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(1914-1934)
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EINE NEUE INTERNATIONALE BIBLIOTHECA BIBLIOGRAPHICA 83

Die geplante Arbeit wird sich ohne internationale Mitwirkung sicher
nicht zufriedenstellend ausführen lassen, und Europa und Amerika müssen
sich hier entgegenkommen, Damit ist nicht gesagt, dass es sich nicht von
einem Mann oder von zweien redigieren lassen könnte, der eine für die
humanistischen Wissenschaften in weiterem Sinne, der andere für die
Naturwissenschaften und angewandten Wissenschaften. Wir haben ja jetzt
in fast allen Kulturländern bibliographische Zentralen oder
Nationalbibliotheken, die in den gegebenen Fällen als solche wirken, und weiterhin sowohl
internationale als nationale fachwissenschaftliche Vereinigungen. Alle diese
Organe müssten in Anspruch genommen werden. Es läge ja nahe, in dieser
Verbindung an die Société des Nations und deren Sous-Commission de
Bibliographie zu denken, die ja die Ehre des »Index bibliographicus» hat,
ich glaube aber nicht, dass dieser Apparat geeignet wäre das Vorhaben zu
fördern.

Eine Bedingung für das Unternehmen ist natürlich, dass ihm die nötige
ökonomische Unterstützung zur Ausarbeitung geleist etwird; dann wird sich
schon der Verleger finden. Mit der ökonomischen Frage rühren wir
sicherlich an einen empfindlichen Punkt. Leider ist es ja so, dass während sich
für Publikationen über die unbegreiflichsten speziellen Gebiete ein Ausweg
findet, sobald sie unter der vornehmen Fahne der »Wissenschaft» segeln,
bibliographische Werke, die für eine Menge Menschen Interesse hätten, dem
Forscher seine Arbeit erleichterten und ihm Quellen zu neuem Wissen wären,
nicht ins Werk gesetzt werden können, aus Mangel an ökonomischer
Unterstützung. Wir Bibliothekare wissen aus eigner Erfahrung, in wie hohem Grade
es dem studierenden Publikum an bibliographischer Orientierung gebricht,
und die Anzeigen der Zeitschriften bestätigen uns darin, indem sie die
verblüffendste Unkenntnis der Verfasser über die Literatur ihres Gebietes zum
Vorschein bringen. Ein hervorragender Germanist hat sich vor kurzem mit
Recht dahin geäussert, dass »das heutige Geschlecht nicht gerne
zurückblättert, kaum mehr vom Dasein einer Arbeit weiss, die auch nur um ein
Jahrzehnt zurückliegt.» Ein solcher Zustand ist aber auf die Dauer der
Forschung unwürdig und schädlich.

Man wird da sicherlich von allen kompetenten Seiten eingestehen
müssen, dass unsere Zeit nicht nur vor einer sozialen, sondern auch vor einer
»bibliographischen Frage» steht: dem Mangelan bibliographischer Orientierung
und Übung. Das Handbuch, das hier ins Auge gefasst worden ist, sollte
ein Mittel sein, diesem Mangel abzuhelfen. Ich hoffe deshalb, dass der
Vorschlag der Versammlung Anlass zu wohlwollender und allseitiger Erörterung

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Project Runeberg, Sun Oct 8 00:48:48 2006 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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