- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XVI. 1929 /
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(1914-1935)
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SPEZIALISIERUNGSBEWEGUNGEN AUF DEM GEBIETE DES BIBL.-WESENS 125

lungen waren, sie sahen beide die Bedeutung von kleinen Druckschriften und
gerade hier haben die Spezialbibliothekare eingegriffen und den
Bibliotheksgedanken weiter geführt, als die Vergangenheit im Stande gewesen war.

Die Bibliotheksarbeit, die nach und nach tägliche Routine geworden ist,
hat eine lange Vorgeschichte, und wenn sich unsere Vorgänger für diese
Entwicklung interessiert hätten, würden sich in vielen unserer ehrwürdigen
Universalbibliotheken Literatursammlungen finden, über die
Entwicklungsgeschichte des Faches, seiner Systematik und seiner Technik. Leider ist es
nicht so. Ein Fachmann, der sich z. B. für den eben erwähnten Naudé
interessiert, etwas über dessen literarische Vorbilder finden oder damalige
Beschreibungen der von Naudé hervorgehobenen Bibliotheken studieren will, ist
schlecht gestellt. Will er nur das Verhältnis von Naudés
Bibliothekseinführung zu Übersetzungen und den Unterschied zwischen der ersten und zweiten
Ausgabe untersuchen (den sowohl französische, englische wie deutsche
Forscher als unermesslich bezeichnet haben), so findet er jedenfalls in
Skandinavien nicht die Gelegenheit dazu. Und wo soll er sich überhaupt
hinwenden, um das allererste Buch Naudés zu finden, das Buch über
Flugschriften, den heiklen Punkt der Spezialbibliotheken?

Was die Geschichte unseres eigenen Faches betrifft, gilt sozusagen
von allen Wissenschaften; ich könnte mich verleiten lassen zu fragen: wo
sind die Zweige der Wissenschaften, die die Universalbibliotheken ganz
zufriedengestellt haben oder zufriedenstellen? Die Antwort muss eine
Entschuldigung sein: Die Universalbibliotheken müssen viele Wissenschaften
befriedigen, darum müssen sie sich mit Haupt verf assern und berühmten Werken
genügen und darauf hoffen, dass ihnen gute Menschen im Laufe der Zeit
die Bücher ausserhalb der anerkannten Richtung schenken, von denen man
nachher entdeckt, dass sie bedeutend dazu beigetragen haben, die
Wissenschaft zu fördern. Die Spezialbibliotheken haben dagegen nur die
Aufgabe, die Spezialgebiete mit Literatur zu versehen, aber diese Aufgabe
gründlichst zu erfüllen. In der Hauptstadt meines Heimatlandes, wo die meisten
gelehrten Spezialisten Dänemarks wohnen, konkurrierten jahrelang zwei
ehrwürdige Universalbibliotheken miteinander, das Bücherbedürfnis aller dieser
Gelehrten enzyklopädisch zufriedenzustellen; sie konkurrierten, sind aber nun
klüglich einig geworden, dass sich die eine der humanistischen Fächer, die
andere der naturwissenschaftlichen annimmt; aber es wird nicht lange dauern,
bis wiederum geteilt werden muss. Ich führe als Gegenbeispiel eine
amerikanische Spezialbibliothek an, die kaum 40 Jahre alt ist und nur gewisse
Teile der Naturwissenschaft mit Literatur versieht, aber diese ist jetzt schon

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Project Runeberg, Thu Feb 7 17:51:40 2013 (aronsson) (download) << Previous Next >>
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