Print (PDF) - On this page / på denna sida - Årgång XVII. 1930 ...
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
28 O. WALDE
braucht. Antonius Bonfinius, Ungarische Chronica (Frankf. a.M. 1581, fol.)
ist sicher in Wurzburg gebunden, da es dieselben Stempel hat, die ich auf
den Bänden von Julius Echters Bibliothek aus der Zeit nach 1590 gefunden
habe. Das Buch ist ausserdem laut Eintrag im Sept. 1596 in Wurzburg
gekauft.1
Ausser der öffentlichen Bibliothek aus Wurzburg, die ich in Götha
gefunden habe, dürften sich hier eine ganze Anzahl Bücher aus
Privatbibliotheken befinden, die vermutlich teilweise nebst anderem beweglichem
Privatvermögen beim Gerücht vom Herannahen der Schweden auf die Festung
Marienberg gebracht wurden.2 Solches Vermögen wurde von der
schwedischen Heeresleitung stets als verwirktes Eigentum betrachtet, über das man
frei verfügen durfte. Wie ich hinsichtlich der Mainzer Beute nachweisen
konnte, befinden sich in Uppsala mindestens ein paar hundert Bände, die
einer Menge Mainzer Privatpersonen gehört haben, und in Skokloster weit
über 200 Bände aus Privatbibliotheken dieser Stadt, das meiste aus der
Bücherei des Domdechanten Friedrich von Sickingen; ausserdem trifft man
solche Reste von Mainzer Privatbibliotheken noch in mehreren anderen
schwedischen Sammlungen.3 Aus Wurzburg kommen meines Wissens
keine solchen Reste privater Bibliotheken in Uppsala oder anderen
schwedischen Sammlungen vor, abgesehen vielleicht von einzelnen Bänden.
Es ist also klar, dass Gustav Adolf für sich nur die Schlossbibliothek auf
Marienberg und einen Teil der Universitätsbibliothek beschlagnahmen Hess.
Dass man mit dem beweglichen Privatvermögen von Personen, die vor dem
Feind geflohen waren, in Wurzburg anders verfahren sein sollte als in Mainz,
ist jedoch wenig glaubhaft. Es ist also wahrscheinlich, dass die
Privatbibliotheken, die eventuell zu den beschlagnahmten beweglichen
Habseligkeiten in Wurzburg gehört haben, einem anderen der Sieger zugefallen sind,
und für diesen Fall liegt die Annahme am nächsten, dass Herzog Ernst von
Sachsen mindestens einen Teil bekommen hat. Leider gestattete mir meine
stark beschränkte Zeit nicht, weitere Forschungen nach solchen eventuell
aus Wurzburg stammenden Sammlungen in Götha anzustellen. Hierzu sind
langwierige Einzelstudien erforderlich, die kaum einem anderen möglich sind
als einem mit den Sammlungen wohlvertrauten Forscher, der das Bücher -
1 Emptus Herbip. 6. Sept. A2. 96.
2 Scharold, Geschichte der kön. schwedischen u. herzogl. sachsen-weimarischen
Zwischenregierung in Würzberg 1631—34 (Würzb. 1844), S 6,’weist darauf hin, dass sowohl
der Adel als der Klerus ihre bewegliche Habe auf das Schloss gerettet hatten.
3 Walde, a. a. O., 1, S. 156—167 und Binz’ Referat in der MainzerZeitschrift, 12/13,
S. 162 ff. Vgl. Betänkande och förslag ang. läroverks- och landsbibliotek, passim.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>