- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XVII. 1930 /
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(1914-1934)
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BÜCHER- UND BIBLIOTHEKS GESCHICHTLICHE FORSCHUNGEN 77

das ein einheimischer Forscher, wenn er auch die Sammlung als Ganzes noch
so gut kennt, sicher übersehen würde. Soviel zur Erklärung und zur
Verteidigung.1

Während der kurzen Ferienreisen, die mir für meine Forschungen zur
Verfügung standen, waren ja eingehende Studien in den
Handschriftensammlungen der Bibliotheken aus natürlichen Gründen ausgeschlossen. Meine
Untersuchungen haben sich also in der Hauptsache auf die allgemeinen
Drucksammlungen beschränkt, was nicht nur aus Gründen der Zeitersparnis für
die von mir verfolgten Zwecke am zweckmässigsten gewesen sein dürfte. Der
Inhalt der eigentlichen Drucksammlungen ist nämlich, vom bûcher- und
bibliotheksgeschichtlichen Standpunkt aus betrachtet, meistens viel weniger
bekannt als der der Handschriften und der Inkunabelsammlungen, da erstere
von den Geschichtsschreibern der Bibliotheken gewöhnlich mehr oder minder
stiefmütterlich behandelt werden. Dies ist bedauerlich, da die
Durchforschung der gedruckten Bücher einer Bibliothek oft äusserst wichtiges Material
ergeben kann, vor allem in bezug auf darin befindliche Reste älterer
Sammlungen und ihre Eigentümer, über deren Leben und literarische Verbindungen
die nicht selten recht ausführlichen schriftlichen Eintragungen in den ihnen
gehörigen Büchern häufig Aufschluss geben.

Aus der stolzen Bibliothek des Humanisten Heinrich Rantzau auf Schloss
Breitenburg, die von Wallenstein 1627 geplündert und zum grösseren Teil dem
von ihm 1628 gegründeten Professhaus der Jesuiten ad S. Nicolaum in Prag
geschenkt wurde, während ein Teil der Bücher von den kaiserlichen Soldaten
geraubt und in der Umgegend verkauft wurde, habe ich in der Mehrzahl
der durchforschten Bibliotheken einen oder mehrere Bände gefunden.2 Schon

1 Es ist mehr als wahrscheinlich, dass sich bei meinen oft in grösster Hast vorgenommenen
Aufzeichnungen von Buchtiteln und Provenienzvermerken, die wegen der Natur der Forschungsarbeit buchstäblich
stante pede in den Sammlungen selbst gemacht werden mussten, Fehler eingeschlichen haben, und eine
Kontrolle des umfangreichen Materials bei der Drucklegung war aus leicht begreiflichen Gründen nicht möglich

2 Für die Geschichte dieser Bibliothek verweise ich auf meine kleine Untersuchung Henrik Rantzaus
bibliotek och dess öden (in NTBB 1914, S. 181—192) und die dort zitierte Literatur. Später hat L. O. Th.
TUDEER in NTBB 1916, S. 261-264 über einige Rantzaubucher in Helsingfors berichtet, und der Herausgeber
dieser Zeitschrift hat über einige wenige der von ihm in der Prager Universitätsbibliothek gefundenen
Bücher aus Rantzaus Bibliothek Mitteilungen gemacht (Collijn, Om några sällsynta tryckta skrifter av
Albert Krantz i Universitetsbiblioteket i Prag, in NTBB 1925, S. 169—178; Ders., Ein Danksagungsgedicht
von Georg Rollenhagen an Heinrich Rantzau für Darleihung von Handschriften, in der
Zobeltitz-Festschrift 1927, S. 37—46). Der wichtigste neuere Beitrag zur späteren Geschichte der Rantzaubibliothek
ist jedoch die klärende und berichtigende Darstellung von O. Günther in Spuren verschollener
Bibliotheken unter den Handschriften der Breslauer Universitätsbibliothek. 2. Rantzau-Codices (in
Zentralblatt f. Bibliothekswesen, 40, 1923, S. 486—494), dessen Darstellung ich mich im wesentlichen
an-schliesse. In einem Punkte weiche ich jedoch entschieden von ihm ab, nämlich in bezug auf die
Herkunft der in Schweden befindlichen Rantzaubucher. Seite 490 behauptet G. im Gegensatz zu mir, dass
die meisten derartigen Bücher in Schweden aus der Prager Beute stammen. Dies ist indes keines-

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