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SELTENE BOHEMICA DES XVI.
JAHRHUNDERTS IN SCHWEDISCHEN
BIBLIOTHEKEN
Von
FLORA KLEINSCHNITZOVÂ, Prag
I.
Einleitung.
DAS CECHISCHE BUCH ist seit Beginn des Buchdruckes bis zum
Ausgange des XVIII. Jahrhunderts in mehr oder weniger hohem
Grade eine bibliographische Seltenheit. Zwei sind die Ursachen,
die ihm zu diesem Werte verhalfen: Kriegsrecht, das die Bücherschätze des
heimgesuchten Landes vernichtete oder verschleppte, und der religiöse
Fanatismus der Gegenreformation, der das fast durchwegs von »Ketzern»
ver-fasste cechische Buch erbarmungslos den Flammen überantwortete.
Erst das neuerliche Erwachen cechischen Geisteslebens zu Ende des
XVIII. Jahrhunderts führt als natürliche Folge auch das neu aufflammende
Interesse für das cechische Buch mit sich: die stark historisch orientierten
wissenschaftlichen Bestrebungen dieser Zeit suchen im cechisch geschriebenen
Worte Anhaltspunkte für die kulturelle und politische Geschichte des
Landes. Vorerst aber ist es im vollen Sinne des Wortes das geschriebene Wort,
das Manuskript, das im Brennpunkte des Interesses steht und das gedruckte
Buch in den Hintergrund drängt — Forscher, gewohnt, ihr Wissen über die
Vergangenheit aus archivalischem Materiale zu schöpfen, sehen nur die
Manuskripte als dokumentarisch und wertvoll an. Und wohl erst der Umstand,
dass sich eben diese handschriftlichen Quellen so manchesmal auf
Druckwerke berufen, die sich als gänzlich verschollen erwiesen, verhalf so nach
und nach auch dem gedruckten Buche zu seinem Rechte.
I—30945. Nord, tidskr. för bok- och biblioteksväsen iç3i.
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