- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XVIII. 1931 /
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(1914-1934)
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SELTENE BOHEMICA D. XVI. * JAHRH. IN SCHWEDISCHEN BIBLIOTHEKEN 3

in Stockholm einer Untersuchung unterzieht. Auch für ihn haben nur die
Manuskripte Interesse, deren er eine neue Anzahl findet; es gingen zwar
auch die Drucke durch seine Hände, an diesen fesseln seine Aufmerksamkeit
aber nur — die Einbanddeckel. Von V. Hanka, dem Entdecker, besser gesagt
Erfinder der berüchtigten »Königinhofer Handschrift»1 aufmerksam gemacht,
fahndet er hier nach neuen Bruchstücken dieser »altcechischen» Poesie — ein
freilich ganz aussichtsloses Unternehmen.2

Ehe noch Pecirka die cechische Öffentlichkeit mit seinen nur durch einen
Zufall herbeigeführten literarischen Entdeckungen durch den Druck bekannt
machen konnte, war fast zu gleicher Zeit auch anderwärts der Gedanke
gereift, Dobrovsky’s ersten Versuch mit besserer Aussicht auf Erfolg zu
wiederholen. Diesmal auch von offiziellen Kreisen unterstützt, entschloss
sich der Gelehrte mährische Benediktinermönch Beda Dudik zu einer
Forschungsreise mit der Absicht, »ein für allemal abzuschliessen die oft
angeregte Frage, welche Literatur- und Kunstschätze unsere Heimat im letzten
Dezennium des dreissigjährigen Krieges an die Schweden verloren hatte».3
Dudik ging systematisch und nach bestimmtem Plane an die Realisierung
seines Vorhabens : er sammelt vorerst alle zu Gebote stehenden authentischen
Belege, um den Stand der Dinge vor dem schwedischen Einfalle festzustellen,
studiert die Kataloge der heimgesuchten Bibliotheken und Sammlungen,
verfolgt dann die Kriegsbeute auf ihrem Wege nach Schweden und ihre weiteren
Schicksale in der neuen Heimat. Und so gerüstet begibt er sich auf einen
viermonatlichen Aufenthalt nach Schweden, um sich zu überzeugen, was von
den entführten Schätzen tatsächlich noch in Schwedens Bibliotheken und
Sammlungen bis auf den heutigen Tag übrig geblieben war. Auch in Schweden
dienen ihm in erster Linie die Kataloge der neugeordneten Bibliotheken zum
Wegweiser; wo diese nicht vorhanden sind, muss er sich freilich auf
Finderglück und die Bereitwilligkeit der Bibliotheksbeamten verlassen. Auf diese
Weise entstand sein ausführliches Verzeichnis der handschriftlichen und
gedruckten Werke, die bemerkenswert und wichtig für Böhmens und Mährens
Kulturleben waren. Das Resultat seiner geduldigen und mühsamen Arbeit
bringt Dudik zur endlichen Überzeugung, dass »wir aus Schweden für unsere
ältere Zeit nichts zu hoffen haben, dass aber auch der erlittene literarische
Verlust bei weitem nicht so gross sei, als wir uns ihn dachten».4

1 J. Jakubec, Geschichte der cechischen Literatur (Lpz. 1907), S. 146.

2 J. Pecirka, Zpräva o rukopisech ceskych v krälowské bibliotéce v Stokholme se
nachåzejicich. (Casopis cesk. Musea, 1851.)

8 B. Dudik, Forschungen in Schweden für Mährens Geschichte (Brunn 1852), S. V
der Vorrede.

4 B. Dudik, a. a. O., S. vi.

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