- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XX. 1933 /
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(1914-1934)
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FLORA KLEINSCHNITZOVÅ

statten kam und etliche Fingerzeige gab, die nicht ohne positiven Erfolg
blieben. Das Endergebnis dieser Forschungen ist, dass die Prager
Univer-sitätsbibliothek zur Zeit allein eine viel grössere Anzahl von Werken aus
Brahes Bibliothek ihr Eigen nennt, als Prof. Prandtl1 in seiner kürzlich
veröffentlichten Liste der bisher tiberhaupt bekannten Tychoniana anführt,
Es hiesse wohl Eulen nach Athen tragen, wollte man hier neuerlich
von Tatsachen aus Brahes Leben sprechen, die Bezug auf Entstehen und
Schicksal seiner Bibliothek haben und aus der zuständigen Literatur als
all-gemein bekannt anzunehmen sind. Doch lässt sich bei eingehender
Unter-suchung der in der Universitäts-Bibliothek gebliebenen Tychoniana — wie
der bereits bekannten, so auch der neu hinzugekommenen — noch so manches
Detail herauslesen, das bisher unbeachtet blieb und einiges, wenn auch
spär-liches Licht auf Geschichte und Schicksal dieser berühmten
Gelehrtenbiblio-thek wirft. So halt der Kritik nur schwer eine von Dreyer herstammende
und bis in die neueste Zeit gern weiter übernommene Angabe2 stånd, die
sich auf das der Tychonischen Bibliothek angehörende Werk Claudii
Pto-lomaei Omnia opera, Basileae 1551 (Sign. 5 B 70) bezieht. Auf Grund des
handschriftlichen Vermerkes auf dem Titelblatte nämlich, »Emptus Haffniae
2 Joachimicis 1560 Vltimo Nouembris», der dem jungen Brahe
zugeschrie-ben wird, nimmt man an, er hatte dieses Werk in seinem Wissensdurste
schön 1560 von seinem Freunde Johannes Pratensis erworben, dessen
Na-men sich ebenfalls auf dem Titelblatte befindet. Dieser Annahme wider
-spricht jedoch der braune Ledereinband des Buches, der auf dem
Vorder-deckel die Initialen J. P. (Joannes Pratensis) und die Jahreszahl 1561 blind
eingepresst trägt. Studnicka, dieses Widerspruches sich bewusst, erklärt
dies einfach mit einem Irrtume des Buchbinders, um die Legende nicht
fallen lassen zu müssen.3 Ein derartiger Fehlgriff des Buchbinders ist
ziem-lich unwahrscheinlich und so dürfte wohl dieses Werk erst in späteren
Jahrén, wenn nicht gar erst nach des Pratensis Tode (1576) in Brahes Besitz
tibergegangen sein. War ja doch Brahe seit seiner Studienjahre mit dem
späteren Professor der Kopenhagener Universität in regem freundschaftlichen
Verkehre geblieben und gedachte seiner noch nach Jahrén (1584) in dem
ersten Drucke, der aus seiner eigenen Druckerei auf Hven hervorging.4

1 W. Prandtl, Die Bibliothek des Tycho Brahe; in: Philobiblon, Jahrg. V (1932),
S. 291 ff.

2 J. L. Dreyer, Tycho Brahe (Karlsruhe 1894), S. 14. — Studnicka, Le, S. 38;
Prusik, 1. c, S. 199; Kukula, 1. c, S. 24; Prandtl, 1 c, S. 292.

3 Studnicka, 1. c, S. 39.

4 L. Nielsen, Tycho Brahes Bogtrykkeri paa Hveen; in: NTBB, VIII, S. 178.

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