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EX BIBLIOTHECA TYCHONIANA
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Diese Klementinische »Bibliotheca Tychoniana» wird nach Aufhebung
des Jesuitenkollegiums in Chomütov um eine ganz stattliche Reihe von
Banden vermehrt — zur Zeit weisen 19 Bände diese Provenienz auf — die die
Schlussfolgerung zulassen, dass sich auch in Chomütov ein grösserer
Bestand aus Brahes Bibliothek befunden haben musste, der bei der Übernahme
der Klosterbibliothek dur ch den Staat vielleicht nur zum Teile den Weg ins
Klementinum fand, da die Klementinische Bibliothek nur insofern auf die
Bücherschätze der auf gelösten Klöster Anspruch erhob, als sich die betr ef
-fenden Werke als eine wünschenswerte Ergänzung des eigenen Bestandes
und nicht als Duplikate erwiesen. Rechnen wir noch die wenigen Stücke
hinzu, die sich einzeln im Laufe der Zeit von anderwärts zu uns verirrt
haben, so behütet die Universitäts-Bibliothek heute im Ganzen aus der
Tychonianischen Bibliothek 97 Werke in 47 Banden.
Was die äussere Ausstattung anbelangt, sind 6 dieser Bände in der
Weise ausgestattet, wie Brahe seine Dedikationsexemplare zu schmücken
liebte: brauner Kalbslederband oder weisser Pergamentband mit
Porträt-und Wappenstempel in Gold. Scheinbar zeichnet Brahe mit dieser Art der
Ausstattung auch Werke aus, die ihm aus persönlichen oder sachlichen
Grunden besonders wert waren. Abgesehen von 8 Banden, die auf dem
Vorsatz- oder Titelblatte nur durch ein handschriftliches »T. B.» von Brahe
selbst als zu seiner Bibliothek gehörig bezeichnet sind, tragen die übrigen
Bände zum weitaus grössten Teile den in seiner Einfachheit eleganten und
charakteristischen Einband, mit dem Brahe seine Bucher seit Errichtung
Uranienburgs (1576) zu versehen pflegte: braunes Kalbsleder, darauf in
Goldpressung eine schmale Ornamentleiste als Einfassung, in der Mitte eine
Arabeske in romboider Form, darüber seine Initialen »T. B. O.», darunter die
Jahreszahl — meistens 1576, aber auch 1580 und 1582. Die
Mannigfaltig-keit der verwendeten Stempel ist ziemlich gross: man känn hier zweierlei
Mittelstempel, sechs verschiedene, wenn auch recht ähnliche Randleisten
und sieben verschiedene kleine Stempel für die Eckverzierung feststeilen.
Auch die Porträt- und Wappenstempel sind in den zwei von Mortensen
be-stimmten Grössen vorhanden.1
Unentschieden lassen wir für den Augenblick die Frage — da uns das
notwendige Vergleichsmaterial hier unzugänglich ist — ob die hier an
zwei-ter Stelle angeführte Art, seinen Büchern und somit auch der ganzen
Bibliothek ein eigenartiges, persönliches Gepräge zu geben, Brahes eigenste Er-
1 Harald Mortensen, Tycho Brahes Bogejermærke; in: NTBB, XVIII, S. 141 f.
— E. GIGAS, Nogle Beger fra Tycho Brahes Bogbinderi; in: Bogvennen, 1900, S. 30 f.
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