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FLORA KLEINSCHNITZOVÅ
findung war, oder ob er sich an ein Vorbild anlehnte. Gewiss ist, dass zu
dieser Zeit eine Bibliothek existierte, die in dieser Beziehung zu Brahes
Bibliothek in sehr nahem schwesterlichen Verhältnisse stånd: es war die
damals vornehmste Gelehrtenbibiiothek Dänemarks, deren Besitzer der
Historiograph Anders Sörensen Vedel-Vellejus, ein Freund Brahes, war. Es
ereilte übrigens diese Büchersammlung auch ein ähnliches Schicksal, wie die
Bibliothek Brahes; sie ist nach Vedels Tode bis auf einen kleinen Rest
ver-schollen, zu dem wir nun aus Brahes Bibliothek einen neuen Findling
hin-zufügen können. Es ist Henricus Glareanus, De geographia liber unus,
Fri-burgum Brisgoviae 1536 (Sign. 19 G 20) mit dem Vermerke: »Suni And:
Seuer. Wellej Danj 1564. Mensis Aug. Die 26.»
Es genügt, was O. Walde über Aussehen dieser verschollenen
Bibliothek zu berichten weiss1: dass Vedel bis 1581 seine Bucheinbände mit
Initialen und Jahreszahl versah, gleichartige y^ferke in Sammelbände zu
ver-einigen pflegte und die Titel in den Schnitt einprägen liess; dass die
Ein-bände aus braunem Kalbsleder bestanden und mit einfacher Einfassung und
arabeskenartigem Mittelstempel in romboider Form in Goldpressung
versehen waren — um an Hand der ebenso ausgestatteten Tychoniana
festzu-stellen, dass Brahe und Vedel ihren Büchern dieselbe Pflege angedeihen
liessen und einer dem anderen dabei zum getreuen Vorbilde diente. Der
Umstand, dass man diese Einbände bei Vedel und Brahe ungefähr zu
demselben Zeitpunkte antrifft — bei Brahe 1576—1582, bei Vedel bis 1581, in
welchem Jahre er von Kopenhagen nach Ribe übersiedelte — lass t die
An-nahme zu, dass diese Einbände Kopenhagener Ursprungs sind. Zum
mindesten bezogen Vedel und Brahe die Zierstempel aus ein und derselben
Quelle; so ist z. B. das Tychonianum Sign. 14 J 28 — ein 1580 gebundener
Albategnius — genau so gebunden, wie der bei Walde abgebildete
Vellejus-Band von 1580 und auch der auf dem zweiten Vellejus-Bande
wiedergege-bene Mittelstempel findet sich auf zahlreichen Banden der Braheschen
Bibliothek wieder.2 Wer von den Beiden in dieser Sache des Anderen Meister
und Vorbild war, känn wie gesagt, an dieser Stelle nicht entschieden
wer-den. Für den Kopenhagener Ursprung dieser Einbände spricht auch der
Umstand, dass in letzter Zeit — wie Dr. Walde die Liebenswürdigkeit hatte,
mir direkt mitzuteilen — durch zahlreiche Funde festgestellt wurde, dass
ähnliche Plattenstempel auf Büchern verschiedener dänischer Büchersammler
dieser Zeit zu finden sind.
1 O. Walde, Storhetstidens litterära krigsbyten (Uppsala 1920), Bd II, S. 327 f.
2 O. Walde, 1. c, Abbildung Fig. 17 u. 18.
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