- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Tjugusjätte årgången, 1926 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Undersökningar - Peter Josef Wagner, Über die Beziehungen zwischen Morgenland und Abendland in der mittelalterlichen Musik

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16 2 PETER JOSEF WAGNER

dienstlichen Versammlungen verbannt hat. Das Altertum
verwendete Aulos und Kithara selbst bei kultischen Feiern. Ein
anderes Argument Gevaerts bezog sich auf die Tonarten des
mittelalterlichen Gesanges, die er direkt aus antiken Vorbildern
ableitete.

Je mehr indessen die mittelalterlichen Singweisen stilistisch
untersucht wurden, um so mehr geriet die bisherige Auffassung
ins Wanken, und heute darf man als sicheres Ergebnis der
geschichtlichen Forschung hinstellen, dass die praktische Musik
des Altertums im Mittelalter weder eine ruhige Fortsetzung
noch eine organische Weiterentwicklung erlebt hat, sondern
geradezu eine jähe Unterbrechung: die mittelalterliche Musik
erhob sich auf den Trümmern der antiken.

Wie war denn die Musik in der ersten Jahrhunderten
unserer Zeitrechnung beschaffen? Die klassisch-griechische war
längst zerfallen, Virtuosentum und freie Instrumentalmusik hatten
die Oberhand gewonnen. Massenwirkungen waren das erstrebte
Ziel, und diese sind meist das Zeichen des Niederganges einer
Kunst. In den Pantomimen, der beliebtesten Form zur Zeit der
römischen Kaiser, mimischen Darstellungen und Tänzen in den
Theatern, die mit Chorgesängen untermischt waren und sich
in etwa mit unsern Opern vergleichen lassen, standen dem
zahlreichen Gesangspersonal Spieler von Instrumenten zur Seite,
zumal von höhern und tiefern Flöten, welche die Melodie
spielten, während lärmende Schlaginstrumente für Angabe und
Verstärkung des Rhythmus Verwendung fanden. Jüngst ist
aus einem Oxyrrhyncher Papyrus zu einem solchen Mimus
aus dem 2. Jahrh. nach Chr. der Merkzettel für die musikalische
Begleitung gefunden worden, den sich der Theaterdirektor nach
dem Textbuch für seine Aufführung hergestellt hatte.1 Geradezu
Monstrevorstellungen von einer Unmasse von Sängern und
Spielern sind bezeugt. Dazu kamen gesangliche und
instrumentale Aufführungen im eigenen Hause, ein Genuss, den sich
wohlhabende Musikfreunde gerne verstatteten. Für diese Zwecke
stand in den grösseren Städten zahlreiches Künsterpersonal
beider Geschlechter zur Verfügung.

Bei den Römern hatte die Musik, wie es scheint, sich nie-

1 Vgl. Herm. Reich, Der Fund einer antiken Oper in Aegypten, in:
Der Schatzgräber,Zeitschrift der Gesellschaft deutscher Literaturfreunde, Jahrg.4,
Heft. 3, S. 13 ff.

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