- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioåttonde årgången, 1938 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Granskningar och anmälningar - Helge Ljungberg, Den nordiska religionen och kristendomen (Professor Helmut de Boor)

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GRANSKNINGAR OCH ANMÄLNINGAR 303 .

zusammen gefasst sind es diese beiden. Erstens: in der germanischen
Religiosität gebührt den Göttern als den mächtigen Spendern
wichtigster Lebensgüter (är ök friör) der entscheidende Platz. Und
zweitens: die germanische Religiosität ist dadurch gekennzeichnet,
dass sie tolerant in allen Glaubensfragen, dagegen »exklusiv» d. h.
unnachgiebig in allen Dingen des Kultes war. In der Mission stiess
sie mit einer Religion zusammen, die umgekehrt völlig unnachgiebig
in allen Fragen des Glaubens, dagegen tolerant im Kultischen
gewesen ist.

Kein Zweifel, dass es Lj. gelingt, mit dieser Formel sehr viele
eigentümliche Schwankungen und Schwingungen der
Missionsereignisse einleuchtend zu erklären. Kein Zweifel aber auch, dass sie
in der Zuspitzung die ihr Lj. selbst gegeben hat (vgl. namentl. S.
207/211), einseitig und überspitzt ist. Was die christliche
Kulttoleranz betrifft, so habe ich nicht den Eindruck, dass sie sich
allein aus der vorsichtigen Missionspraxis, die Gregor d. Grosse u. a.
empfehlen, und aus der Schonung oder Umdeutung von Festen,
Bräuchen, Orten usw. ergibt. Die karolingische Kirchen- und
Missionspolitik zeigt jedenfalls ein anderes Bild, indem sie gerade die
kirchlichen Formen verbindlich durchzusetzen strebt, und Håkons
oben angeführte Rede deutet in die gleiche Richtung. Ja das
Vorwiegen der Taufe vor der inneren Wandlung, der sakramentalen
Form vor der Gesinnung scheint mir Lj.s Leitsatz auch für die
nordische Mission selbst einzuschränken.

Indessen weit wesentlicher ist in diesem Zusammenhang die
germanische Seite. Wie weit haben wir ein Recht, den Göttern in
der Religiosität der Germanen den entscheidenden Rang
zuzubilligen? Das ist die entscheidende Frage, von der auch die
wirkliche Rolle des Kultes abhängt.

1.) Ljungberg hat das Fehlen des heidnischen Kultlebens in
der Saga einleuchtend damit erklärt, dass die ersten christlichen
Erzähler- und Hörergenerationen solche Dinge bewusst ausgeschlossen
haben. Aber, so muss man weiter fragem, wäre dies möglich
gewesen, wenn Götter und Götterkult darin eine konstitutive Rolle
gespielt hätten? Wäre es denkbar, Saga überhaupt noch zu erzählen,
wenn wirklich wesentliche Antriebe für Tun und Verhalten der
Sagahelden aus ihrer Verbindung mit den Göttern hervorgegangen
wären? Müsste dann nicht wenigstens die Lücke in ihrer
Psychologie empfindlich spürbar sein? Aber nichts davon; ungebrochen
und unzersprungen stehen die Meistergestalten der Saga vor uns.
Das scheint mir zu verbürgen, dass Götter und Götterkult in der
Saga nur Aussenposten gewesen sind, die nicht an den Kern rührten.
Sonst wäre wohl die Saga als Ganzes an dieser Operation zu Grunde
gegangen.

2.) Eine Quelle germanisch-religiösen Verhaltens, die Lj. nicht
ausgeschöpft hat, iveil sie für sein besonderes Thema keine Rolle

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