- Project Runeberg -  Kyrkohistorisk Årsskrift / Trettioåttonde årgången, 1938 /
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(1900)
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - III. Granskningar och anmälningar - Helge Ljungberg, Den nordiska religionen och kristendomen (Professor Helmut de Boor)

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2QÖ

GRANSKNINGAR OCH ANMÄLNINGAR 306 .

besessen hat. Nur scheint es nach aller, auch von Lj. wieder
bestätigten Erfahrung ausgeschlossen, in den Göttern den
Anknüpfungspunkt für dies Gefühl zu finden. Die zentralen AVerte des
germanischen Daseins sind Gemeinschaft und Schicksal. Sie stellen
ihm das Unverbrüchliche dar, das, wenn es religiös erlebt wird,
zum Heiligen wird. Daher ist es mir unmöglich, den
fylgja-hamingja-Komplex als das äussere Sichtbarwerden schicksalhaft eingeborener
Gemeinschaftskräfte mit Lj. (S. 157) zur »niederen Religion» zu
rechnen. Sie sind nur auf engem Bezirk der Ausdruck derselben
Schicksalsgewissheit, die das heroische Lied mit seiner vorbildhaften
Steigerung des sittlichen Verhaltens trägt. Seine Haltung scheint
mir ebenso grundsätzlich wegweisend, wie die geistige Leistung des
Völuspä-Dichters und seines Kreises, die den Göttern nur tiefere
Bedeutung zu geben vermochten, indem sie ihnen ein Schicksal gaben.

Indessen ist hier nicht Raum, ein ausführliches Gegenbild zu
entwerfen. Es kam darauf an, den weiteren Rahmen anzudeuten,
in dem Götterglaube und Kult seinen Platz finden muss. Der Kult
steht als Glied in der Gesamtheit gemeinschaftsfördernder Kräfte,
da er ja eben Gedeihen der Gemeinschaft (är ök friör) erstrebt.
Er ist ein wichtiges, aber nicht notwendiges Stück. Den »Gottlosen»
und den »Opfermann» scheidet nichts Grundsätzliches; sie vermögen
in einer Gemeinschaft des wirklichen Lebens und des sittlichen
Denkens zu verbleiben.

Der Christ vermag es nicht. Warum ist der Übertritt zum
Christentum für den Isländer frændaskQmm, Sippenschande: Nicht
weil er durch Fernbleiben vom Opfer eine »fressende Wunde in
den Organismus der Gemeinschaft brachte» (Lj. S. 194). Dann
wäre auch heidnische Abkehr vom Opfer Sippenschande. Sondern
weil er viel weitgehender das Sippenband überhaupt leugnete, sich
ganz handgreiflich der Gemeinschaft von Tisch und Dach entzog
und damit der Sippe als Glied verloren ging. Das machte ihn
zum fi fi, zum Narren, der ausserhalb gesunder Ordnungen stand.
Warum empören sich die isländischen Häuptlinge, als die christlichen
Sendboten Einzelne dazu bringen, den Tempelzoll zu verweigern r
Nicht — oder nicht nur — weil dies den Kult schwächte (S. 191),
sondern weil es zugleich den festen Thingverband lockerte, dem der
Gode in seiner unlöslichen Verflechtung von kultischem und
politischem Führertum vorstand.

Von hier aus muss die politische Seite des Widerstandes gegen
die Mission gewertet werden. Er ist nie »rein politisch», so wenig
er je »rein religiös» ist. Die politisch-sozialen Ordnungen sind
sichtbare Erscheinung der religiös erlebten Gemeinschaften. Wer
die Ereignisse auf dem Allthingi vom Jahre 1000 rein politisch
deutet, greift fehl. Der viel tiefer als nur politisch zu fassende
Entscheid Thorgeirs glaubte den Kern einer Gemeinschaft, die ihm

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