- Project Runeberg -  Chemische Abhandlung von der Luft und dem Feuer /
106-107

(1777) [MARC] Author: Carl Wilhelm Scheele, Torbern Bergman
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Erfahrungen zeigen mir, daß das Eisen mit dem Schwefel in
keine genaue Verbindung eingehet, woferne nicht eine
gewisse Menge Phlogiston von diesem Metalle geschieden
wird. Hieraus folget, daß das Bestreben welches solche
Eisen Erde sich mit dem Schwefel zu vereinigen hat,
stärcker ist, als zum Phlogisto. Ist als denn eine
Materie zugegen welche sich mit dem abgeschiedenen Phlogisto
verbinden kan so müssen Würckungen entstehen, welche der
Vereinigung dieser beyden Materien, gemäss fing.

Man mische frische Eisen feil 3 Theile mit zart
pulverisirten Schwefel 1 Theil und so viel Wasser daß
daraus ein dicker Teig werde: Das Wasser fängt hier an
auf das Eisen zu würcken, dadurch wird deßen
Phlogiston von seinen Banden befreyet, der Schwefel
vermehret diese Action, er vereiniget sich mit dieses halb
dephlogistisirte Eisen, dadurch bekomt diese Mischung
eine schwartze Farbe, das nun mehro ausgetriebene
Phlogiston sitzet so los an der Fläche, daß es sehr leicht
davon kan entzogen werden (§. 54.): Ist die Luft
zugegen, so ziehet die in selbige enthaltene Feuer Luft
solches an, es wird hieraus eine Hitze zusammen gesetzet
welche der Menge der Oberfläche und der Luckerkeit
dieser Mischung gemäß ist, sie muß alsdenn durch
Hülffe der beständig hinzu ströhmenden Feuer Luft dermassen
überhand nehmen, daß der überflüßig vorhandene
Schwefel sich entzündet und alsdenn die gantze Masse
calciniret wird. Wo aber bleibt das Phlogiston des Eisens,
wenn dieses Metall in Verschlossenen Geschirren im
Feuer mit Schwefel vereiniget wird, denn wenn solche
zusammen geschmoltzene Masse fein gerieben und auch
mit etwas Wasser angefeuchtet wird, so wird sie sich in
der Luft nicht erhitzen? Mercket man auf die
Erscheinung welche diese Mischung wärend der Verbindung
im Feuer hervorbringet, so ist hierauf nicht schwer zu
antworten. Man siehet bey nahe bey jedweden Metalle
welches im Feuer mit Schwefel eine Vereinigung eingehen kan,
daß in eben dem Augenblicke da solches geschiehet, die
Mischung sich entzündet; Es entstehet aber auch eine
dergleichen ähnliche Erscheinung, wenn diese Verbindung
in verschloßenen Gefäßen unternommen wird. Ich
mischte 3 Unzen reines Eisen feil mit 1 1/2 Unzen fein
gestossenen Schwefel, und that dieses in eine kleine
gläserne Retorte welche davon 3/4 gefüllet wurde, an dessen
Hals band ich eine feucht gemachte und von Luft aus
geleerte Blase (§. 30. Lit. b.) und legte alsden die
Retorte nach und nach auf glühende Kohlen. Als die
Retorte am Boden zu glühen anfing, wurde die Massa
erstlich am Rande glühend, dieses schöne Purpurrothe Licht
ging immer weiter bis die Mischung in der Mitte auch
glühend war, darauf wurde der Rand wieder dunckel
und also bald verschwand des Purpur Licht in der
mitte auch. Alles dieses geschahe obgleich die Retorte im
selbigen Feuer liegen blieb. Wärend dieser
Erscheinung ging eine Luft über welche die Blase ausdehnete und

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