- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Zweiter Teil : Gewerbe /
716

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - X. Verkehrsmittel - 6. Fernsprechwesen. Einl. von E. Halling - Das staatliche Fernsprechwesen. Von E. Halling

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

716

STÄDTISCHE VERKEHRSMITTEL.

des wissenschaftlichen Beirats der Telegraphenverwaltung, Professor Dr. H.
Pleijel, mehrere Fern- und andere Yerbindungsleitungen pupinisiert, d. h. durch
eine von Professor Pupin zuerst angewandte Methode auf künstlichem Wege mit
elektrischen Eigenschaften versehen worden, die einerseits eine deutlichere
Überführung der Sprache auf langen Leitungen, andererseits die Anwendung
eines billigeren Materials (Draht von kleineren Dimensionen) beim Bau solcher
Leitungen ermöglichen. Die längste pupinisierte Leitung in Europa findet sich
in Schweden, und die Gesamtlänge der pupinisierten blanken Leitungen und
Kabelleitungen der Telegraphenverwaltung betrug Ende 1912 6 140"6 km, was
wahrscheinlich mindestens die Hälfte sämtlicher Leitungen dieser Art in Europa
ausmachte. Im allgemeinen dürfte sich sagen lassen, dass Schweden eines der
bestgebauten Interurbannetze der Welt besitzt.

Eine Anwendung der Fortschritte der Fernsprechtechnik stellen die sog.
Doppelsprechschaltungen dar, Anordnungen, um über zwei Leitungen gleichzeitig
drei Gespräche zu führen, ohne dass diese sich gegenseitig stören. Durch
Berechnungen und Erfindungen Prof. Dr. Pleijels haben die innerhalb des
Reichsfernsprechnetzes für diesen Zweck benutzten Apparate eine hohe
Vervollkommnung erhalten; derartige superponierte Verbindungen, »phantom lines»,
waren Ende des Jahres 1912 in einer Länge von 9 717 km in Betrieb.

Zwei Beamten der Telegraphenverwaltung, dem Oberingenieur C. E. Egnér
und dem Vorsteher der Unterrichtsanstalt, Ingenieur G. Holmström, gebührt die
Ehre, das erste praktische Starkstromtelephon zur Anwendung auf langen Leitungen
erfunden zu haben (Gespräche Stockholm—Paris können mittelst desselben ohne
Schwierigkeit stattfinden). Das diesbezügliche Patent ist für Schweden von der
Telegraphenverwaltung angekauft worden, und eine ziemlich grosse Anzahl Apparate
ist bereits in Gebrauch.

Umschalteschränke und Apparate bezog die Verwaltung eine lange Reihe von
Jahren hindurch während der Anfangszeit des Reichstelephons von der
weltbekannten Fabrik von L. M. Ericsson in Stockholm. Später sind in der eigenen Werkstatt
der Telegraphenverwaltung mehr und mehr die erforderlichen Apparate angefertigt
und auch die meisten Neueinrichtungen wie auch die zur Unterhaltung und
Verbesserung der Stationen erforderlichen Arbeiten entworfen und ausgeführt
worden. Da, wie erwähnt, die schwedische Telegraphenverwaltung eine der
ersten war, die die Notwendigkeit des Umbaus der Einzelleitungen in Doppelleitungen
erkannten und bewerkstelligten, so mussten die für die Schaltung des neuen
Leitungssystems erforderlichen Vorrichtungen selbständig ausgedacht und im Lande
hergestellt werden. Die auf den Zentral- und Vermittelungsämtern angewandten
Schalttischsysteme sind daher auch in der Regel einheimische Erfindungen. Das
in Stockholm und Gotenburg angewandte Verteilungssystem, das auch in Hamburg
Anwendung gefunden hat, rührt von dem Kontrolleur bei der Telegraphenverwaltung,
A. Avén, her. Das an einigen anderen Ämtern, wie Malmö, Hälsingborg,
Jönköping, Gävle u. a. eingeführte Zentralbatteriesystem ist eine Modifikation des
von der Firma L. M. Ericsson ausgearbeiteten und angefertigten weltberühmten
Systems. Wesentliche Verbesserungen an dem alten Lokalbatteriesystem, das
noch auf kleineren und mittelgrossen Ämtern zur Anwendung kommt, sind,
hauptsächlich von Linieningenieur A. H. Olssön, ausgearbeitet worden; sie sind
unter anderem bei den Änjtern Härnösand, Karlstad, Kristianstad, Västerås und
Östersund eingeführt worden. Automatische Anschlussämter, obwohl von geringerem
Umfange, nach dem von dem Ingenieur an der Werkstatt der Telegraphenverwaltung,
G. A. Betulander, erfundenen System, sind seit 1903 in Gebrauch, und
vielversprechende Versuche für grössere Ämter sind von anderen Beamten der Verwaltung
angestellt worden. Eine grössere Zentrale mit halbautomatischem System nach
amerikanischem Muster dürfte in der nächsten Zeit versuchsweise in Landskrona
errichtet werden.

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Tue Oct 11 12:15:25 2022 (aronsson) (download) << Previous Next >>
http://runeberg.org/schwed13/2/0728.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free