- Project Runeberg -  Schweden : historisch-statistisches Handbuch / Zweiter Teil : Gewerbe /
718

(1913) [MARC] Author: Joseph Guinchard
Table of Contents / Innehåll | << Previous | Next >>
  Project Runeberg | Catalog | Recent Changes | Donate | Comments? |   

Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - X. Verkehrsmittel - 6. Fernsprechwesen. Einl. von E. Halling - Private Fernsprechgesellschaften. Von K. F. Wincrantz

scanned image

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Below is the raw OCR text from the above scanned image. Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan. Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!

This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.

718

STÄDTISCHE VERKEHRSMITTEL.

tendsten unter den noch bestehenden privaten Gesellschaften, d. h.
diejenigen in Stockholm zu berichten.

Das private Telephonnetz in Stockholm mit Umgebung wird nunmehr
von der Aktiengesellschaft Stockholmstelefon gehandhabt, die am 1.
Januar 1908 das Leitungsnetz der beiden in Schweden
zusammenwirkenden privaten Telephongesellschaften — der Stockholmer Allgemeinen
Telephonaktiengesellschaft und der Stockholmer
Belltelephonaktiengesellschaft — ankaufte.

Die Bellgesellschaft wurde im Jahre 1880 mit hauptsächlich amerikanischem
Kapital gegründet und verwendete anfangs nur amerikanisches Betriebsmaterial.
Ihre Preise waren jedoch so hoch (160 Kr in der Stadt innerhalb der Brücken,
240—280 Kr im übrigen Stockholm), dass das grosse Publikum das neue
Verkehrsmittel in keiner grösseren Ausdehnung ausnutzen konnte. Anträge wurden
deshalb gestellt, um eine Herabsetzung der Abgaben zu bewirken. Da dieselben
unberücksichtigt blieben, wurde im Jahre 1883 auf Initiative des Ingenieurs H. T.
Cedergren, eines Mannes, der sich um die Entwicklung des Telephonwesens
Schwedens besonders grosse Verdienste erworben hat, die Stockholmer Allgemeine
Telephonaktiengesellschaft gegründet, deren Zweck es war, »zu so billigen
Bedingungen, wie sie mit dem sicheren Bestand der Gesellschaft vereinbar wären,
in Stockholm sowie mit anderen Orten Telephonverbindung zu errichten und zu
erhalten». Der Preis der neuen Gesellschaft für Abonnement mit eigner Leitung
wurde für die ganze Hauptstadt auf 100 Kr festgesetzt, bald aber wurden
Abonnements anderer Arten zu billigeren Preisen eingeführt. Beide Gesellschaften
hatten einen anhaltenden Zuwachs bis zum Jahre 1885, wo Stockholm relativ
wie absolut die telephonreichste Stadt in der Welt war. Nach dieser Zeit nahm
die Abonnentenzahl der Bellgesellschaft immer mehr ab. Ende der 1880er Jahre
wurde die Aktienmehrheit derselben von der Allgemeinen Gesellschaft eingekauft,
und im Jahre 1892 wurde die Anlage der Bellgesellschaft in ein Netz für nur
Wohnungstelephone umgewandelt.

Die Allgemeine Gesellschaft gewann inzwischen einen schnellen Zuwachs nicht
nur in der Hauptstadt, sondern auch in dem benachbarten Landbezirk.
Ausserdem wurden Telephonnetze in Söderhamn sowie in Jönköping errichtet und
Interurbanlinien nach Norrköping angelegt. Die Gesellschaft war auch darauf
bedacht, eine Interurbanlinie nach Gotenburg zu ziehen, um das dortige private
Telephonnetz mit Stockholm in Verbindung zu setzen, aber ihr diesbezüglicher,
im Jahre 1888 eingebrachter Konzessionsantrag wurde von der Regierung
abgelehnt. Die immer grösseren Schwierigkeiten, die der Tätigkeit der Gesellschaft
ausserhalb der Hauptstadt bereitet wurden, machten es wünschenswert, bezüglich
des Bezirks, innerhalb dessen die Gesellschaft ein unbestrittenes Recht zu arbeiten
hatte, zu einer bestimmten Vereinbarung zu kommen. Nach Verhandlungen
mit der Kgl. Telegraphendirektion wurde deshalb ein Vertrag errichtet, der später
von der Regierung bestätigt, und in dem der Gesellschaft das Recht zugestanden
wurde, innerhalb eines Kreises von 70 km Durchmesser vom Grossen Markt
in Stockholm aus gerechnet die damaligen Telephonanlagen zu behalten und
neue anzulegen. Die Bedingung für diesen Vertrag war, dass die Gesellschaft
ihre Anlagen ausserhalb dieses Kreises an die Telegraphenverwaltung verkaufte.

Durch einen Vertrag mit der Kgl. Telegraphenverwaltung im Jahre 1891 wurde
ein Verbandsverkehr zwischen den Leitungen des Reichstelephons und den
privaten Telephonnetzen eingerichtet, wodurch alle Abonnenten in der Hauptstadt
den Vorteil eines umfangreichen Lokalnetzes sowie ausgedehnter
Telephonverbindungen nach der Provinz gewannen. Dieser Verkehr hörte im Jahre 1903 auf.

In den Jahren 1902 und 1906 wurden im Reichstage Anträge gestellt, für

<< prev. page << föreg. sida <<     >> nästa sida >> next page >>


Project Runeberg, Tue Oct 11 12:15:25 2022 (aronsson) (download) << Previous Next >>
http://runeberg.org/schwed13/2/0730.html

Valid HTML 4.0! All our files are DRM-free