- Project Runeberg -  Der Kantianismus in Schweden /
258

(1901) [MARC] Author: Allen Vannérus
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Der Kantianismus in Schweden, von Allen Vannérus in Stockholm - II. Über den Kantianismus in Schweden

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258 Allen Vann^rus,
Die jetzt folgende Darstellung strebt dagegen durchaus nicht
nach Vollständigkeit. Sie würde dann einen eingehenden Kom-
mentar zur vorausgeschickten Bibliographie ausmachen — ein in
diesem Zusammenhänge gar zu weitläufiges Unternehmen. Wie er
vorliegt, enthält mein Aufsatz nur einige Notizen über die Ein-
führung des Kantianismus in Schweden nebst einer Andeutung
über dessen Bedeutung für die national schwedische Philosophie:
den Boströmianismus. Auch auf die Frage, wie hoch dieses letztere
System den Kantianismus schätzt, wird die Antwort, wenigstens
zum Teil, gegeben werden.
Kant selbst hat eine Zeit lang seine Aufmerksamkeit einem
schwedischen Manne gewidmet. Es geschah dies, als er in den
„Träumen eines Geistersehers erläutert durch Träume
der Metaphysik“ Emanuel Swedenborg als „den Erzphantasten
unter allen Phantasten“ figurieren liess ’)• Ich weiss nicht, ob der
alt gewordene Kant je von der Aufmerksamkeit Kenntnis erhielt,
welche die Schweden ihrerseits ihm widmeten. Aber gewiss ist,
dass die „Kritik der reinen Vernunft“ bald in Schweden
bekannt wurde, und dass so der Kantianismus mit schwedischer
philosophischer Forschung und schwedischer Bildung amalgamiert
wurde — ein bedeutungsvolles Ereignis in der Geschichte des
schwedischen Denkens.
Eines der ersten Male — vermutlich überhaupt zum ersten
Mal — wird das Hauptwerk Kants in schwedischer Litteratur
erwähnt in einer Notiz in „Lärda tiduingar frän Upsala“ von
dem 12. Aug. 1786. Es wird folgenderweise angekündigt: „Unter
den Büchern in der sogenannten neueren oder eklektischen Phi-
losophie, die heutzutage in Deutschland das grösste Aufsehen er-
regen, befindet sich Professor Immanuel Kants Kritik der reinen
Vernunft, die 1781 auf 856 Seiten in Riga erschien. Dieses tief-
sinnige Buch, das den Zweck verfolgt, sowohl die Logik („Logican“)
als die Metaphysik („Metaphysican“) in einer in der Erfahrung
gegründeten und zum allgemeinen Leben angepassten Weise dar-
!) Über einen auf Swedenborg bezüglichen Brief Kants an Charlotte
von Knobloch, vgl. auch Documents concerning the life and Cha-
rakter of Emanuel Swedenborg collected by R. L. Tafel,
Vol. I: Part. 1, London 1877, S. 620—28. Das deutsche Original dieses
Briefes ist in Borowski’s Darstellung des Lebens und Charakters Imma-
nuel Kants, Königsberg 1804, S. 211 zu finden. Siehe überdies Überweg-
Heinz e, Grundriss, 6. Aufl., TL 3, S. 206.

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