- Project Runeberg -  Der Kantianismus in Schweden /
261

(1901) [MARC] Author: Allen Vannérus
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Der Kantianismus in Schweden, von Allen Vannérus in Stockholm - II. Über den Kantianismus in Schweden

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Der Kantianismus in Schweden. 261
nicht der Verdienste der Geister vergessen, die vor ihm die
Fackel getragen und die vorher die Begriffe so entwickelt haben,
dass er nur die letzte Hand an dieses grosse Unternehmen zu
legen brauchte“. Eine eingehendere Darstellung des Inhaltes der
Karitischen Philosophie hat Höijer jedoch nicht gegeben. Das,
was von der Abhandlung vorliegt, ist eigentlich nur ein einleiten-
der geschichtlich-kritischer Bericht, der sich vorzugsweise mit den
philosophischen Grundgedanken eines Des Cartes, Locke, Leibniz
und Hume beschäftigt. Es ist zu bedauern, dass die Darstellung
eben an der Schwelle des Kantischen Gedankengebäudes abge-
brochen werden sollte, zu dessen geistreicher Rekonstruktion
Höijer zweifelsohne der geeignete Mann gewesen wäre. Auch in
einem anderen in derselben Zeitschrift eingeführten Aufsatz:
Hvad är sensus communis? (Was ist sensus communis?) (1796)
weist Höijer auf die kritische Philosophie hin als die, welche zu-
erst mit Erfolg die Gründe, d. h. die Gesetze der Sinnlichkeit,
des Verstandes und der Vernunft, aufgesucht und angegeben
habe, welche allein die Allgemeingültigkeit unserer Urteile er-
klären könne, wozu hingegen die besonders von Christiernin be-
fürwortete Common-sense-Philosophie unfähig wäre. „Ich glaube
auch“, heisst es weiter, „dass man mit Recht behaupten kann,
dass eine kritische Untersuchung über die Seelenvermögen in an-
gedeuteter Hinsicht als Grundlegung vorausgehen muss, ehe man
eine solide Philosophie erwarten kann, und dass der gewöhnliche
Ausweg, sich auf den gesunden Verstand, Sensus communis, zu
berufen, nichts anderes als schwankende und unzuverlässige Ent-
scheidungen geben kann.“. — Boethius selbst, damals der Haupt-
vertreter des Kantianismus in Schweden, diente weiter der guten
Sache durch eine Übersetzung (1797) von Kants „Grundlegung
zur Metaphysik der Sitten“, dieses unsterblichen Büchleins, das
noch heute mit superlativischen Ausdrücken charakterisiert zu
werden pflegt, so oft es von den Vertretern der idealistischen
Philosophie in Schweden erwähnt wird, z. B. von dem jetzigen
Führer dieser philosophischen Richtung C. Y. Sahlin.
Um einigermassen den Sturm der Entrüstung verstehen
zu können, den das Aufkommen des Kantianismus erweckte, be-
sonders bei dem alten Professor der theoretischen Philosophie in
Upsala, P. N. Christiernin, mag man bedenken, dass er „ein
unverbesserlicher Lockianer“ war, der sein ganzes Leben hin-
durch für den englischen Meister gearbeitet hatte, und dass eben

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