- Project Runeberg -  Der Kantianismus in Schweden /
263

(1901) [MARC] Author: Allen Vannérus
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - Der Kantianismus in Schweden, von Allen Vannérus in Stockholm - II. Über den Kantianismus in Schweden

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Der Kantianismus in Schweden. 263
höchsten Grade sowohl unwürdige als schädliche Unternehmung
ist“. Auch dieses Schriftchen gehört also zum Kuriositätsgenre.
Im folgenden Jahre erschien dagegen in „Läsning i blandade
ämnen“ eine Recension über die von Böethius übersetzte „Grund-
legung zur Methaphysik der Sitten“, die ihren Gegenstand in wür-
diger Weise der Kritik unterzog. Der Verfasser war C. G. af
Leopold. Mit grosser Bewunderung für Kant, von dessen Grund-
legung er einsieht, dass sie der Sittenlehre eine ganz neue Rich-
tung und ein ganz neues Ziel giebt, vereinigt er eine selbststän-
dige, kritisch reagierende Auffassung der Lehren, welche Kant
hier darstellte. Mit Schärfe betont er den schroffen Formalismus
der Kant’schen Sittenlehre und die Ablehnung eines Zweckes als
wirklichen Grundes der sittlichen Handlungen. Als den letzten
Grund der sittlichen Thätigkeit sucht Leopold die Glückseligkeit,
die allgemeine Wohlfahrt, aufzuzeigen. Alle Verpflichtung muss
nach ihm irgendwie auf das menschliche Glück, sei es nun eigenes
oder fremdes, abzielen.
Als die letzte anti-Kantische Schrift in diesem philosophischen
Streit mag hier Fremiings Försök til en granskning af
Kantiska grunderna för odödlighet och en gud, 1798
(Versuch einer Prüfung der Kantischen Gründe der Unsterb-
lichkeit und eines Gottes) angeführt werden. Nachdem Frem-
ling schon vorher in ein Paar akademischen Dissertationen
gegen die Lehre Kants über den Raum opponiert hatte, greift er
in der genannten Schrift die angedeuteten Punkte in seiner prak-
tischen Philosophie an. Die Schrift, die ein umfassendes Kant-
studium verrät, wendet sich auch gegen Kants Lehre von dem
Verhältnisse zwischen Tugend und Glückseligkeit. Der Haupt-
gedanke ist hier, dass sowohl die Tugend als die Glückseligkeit
so von Kant bestimmt werden, dass sie zu unrealisirbaren Idealen
für den endlichen und eingeschränkten Menschen werden.
Inzwischen war Böethius nicht unthätig gewesen. Gegen
Leopolds Kritik schrieb er als Anti-Kritik den Aufsatz Anmärk-
ningar om moralitetens grund (Bemerkungen über die
Grundlage der Moralität) im Journal för svensk litteratur, herausg.
von G. A. Silfverstolpe, Bd. I, 1797. Den von Leopold ver-
teidigten Eudämonismus einer besonnenen Kritik unterwerfend,
hebt Böethius hervor, dass die Glückseligkeit nicht zu verpflichten
vermag. Der Grund des moralischen Sollens muss vielmehr auf
die Vernunft und ihre Ordnung zurückgeführt werden, eine Ord-

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