- Project Runeberg -  Sibirien ein Zukunftsland /
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(1914) [MARC] Author: Fridtjof Nansen
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - II. Samojeden auf Besuch

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Als sie wieder in ihr Boot stiegen, erhielten sie etwas Brot,
ein Geschenk des Stewards, das großen Beifall fand. Unvergleichlich
größeren Eindruck machte aber eine Flasche Whisky. Sic machte
sofort die Runde von Mund zu Mund und wurde dann dem Häuptling
zurückgegeben. Dieser begnügte sich nicht mit einem
Schluck; sein Antlitz glänzte vor innerer Zufriedenheit, als er uns
mit der emporgehaltenen Flasche zuwinkte und sich glückselig auf
den Magen schlug.

Unter den Dingen, die sie uns zeigten, war nichts besonders
Wertvolles. Aus einer Kiste im Boot nahmen sie Fische; diese
gehörten zu den Lachsarten, meiner Ansicht nach waren es Muksune
(Coregonus muksun), die es auch im Jenissei gibt, breite Fische
mit großen, glänzenden Schuppen und verhältnismäßig kleinem
Kopf. Die größten Fische waren etwa 30 Zentimeter lang. Sie
waren schlecht eingesalzen und rochen nicht gerade gut; einige waren
noch ein wenig frischer, von diesen gaben sie uns zwei, wohl als
Gegengeschenk für das Brot. Wir probierten am Abend den einen,
aber frisch war er gerade nicht. Als wir sie fragten, wo sie die
Fische gefangen hätten, deuteten sie mit dem Finger nach dem
Lande hin; ich konnte aber nicht herausbekommen, ob sie damit die
Küste oder das Innere des Landes meinten; ich möchte eher glauben,
daß die Fische aus den Seen im Innern stammten.

Sie begannen einige dieser Fische abzuschuppen und fingen dann
an zu essen. Sie schnitten den Fisch der Länge nach auseinander,
steckten die langen Stücke in den Mund und schnitten, während sie
das Ende mit der Hand festhielten, die Bissen dicht vor den Lippen
ab. Auf dieselbe Weise speist der Eskimo, nur mit dem Unterschied,
daß er sich das Fleischstück oder den Fisch vor dem Munde
mit dem Messer von oben nach unten abschneidet; diese schnitten
mit dem Messer von unten nach oben. Aber beide Völker haben
darin gleich große Fertigkeit, so daß sie sich weder in die Nase, noch
in die Lippen schneiden. Es dauerte gar nicht lange, bis sie einen
großen rohen Fisch auf diese Weise expediert hatten.

Einen kleinen Seehund (Ringelrobbe, Phoca hispida) hatten
sie auch im Boot; er war eben geschossen worden. Sie hatten
mehrere Büchsen mit und eine norwegische Walroßharpune.

Als sie an einer Scholle vor dem Schiffe lagen, tauchte eine
Ringelrobbe auf; einer von ihnen schoß sie mit Schrot, sie sank

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