- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XXI. 1934 /
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(1914-1935)
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Max Joseph Husung: Vom mittelalterlichen Bucheinband in Lübeck

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114 MAX JOSEPH HUSUNG

Schon liegt Verschiedenes vor zur Kenntnis der Geschichte des
Bucheinbands in Lübeck, sogar bereits in Abbildungen. So brachte Collijns zuletzt
erwähnte Arbeit uns auf S. 166 den Lambertus Lewetzow aus Neutreptow
zur Kenntnis, einen Kleriker der Kaminer Diözese, der zu Rostock studierte
und der im Jahre 1487 zu Lübeck einen jetzt in Uppsala als Inc. 31: 162
vorhandenen Kölner Druck (GW 4646) gebunden hat. Über denselben
Buchbinder hatte Collijn im gleichen Jahre 1917 bereits gehandelt in seinem
Aufsatze »En grupp lübeckska inkunabelband», in der dem Freiherrn
Johannes Rudbeck zum 7. März gewidmeten Festschrift »Bibliografiska
studier», S. 13—18. In dieser Arbeit erfahren wir weitere Einzelheiten über
Lewetzow, und wir erfahren vor allem auch allgemein Orientierendes über
die Buchkunst in Lübeck und Rostock, welch letztere Universitätsstadt
gleichfalls sehr stark an dem Buch-Export nach den nordischen Ländern
interessiert war. Eine Tafel bildet zudem Vorder- und Hinterdeckel des
Lewetzowschen Einbandes ab, dessen zehn verschiedene Einzelstempel
obendrein im Text wiedergegeben sind, sodass hiermit für diesen Buchbinder
eine sichere Ausgangsbasis bereits vorhanden ist.

Reich ist auch die Ausbeute, die Adolf Schmidts schon oben
erwähnter Aufsatz »Neue Funde von Probedrucken des Lukas Brandis in Lübeck
in der Landesbibliothek zu Darmstadt» in dieser Zeitschrift, Jahrg. 12 (1925),
S. 93 ff. gezeitigt hat. Mit Hilfe der Makulaturforschung kommt Schmidt
von den Lübecker Buchdruckern zu den Lübecker Buchbindern, über die
wir denn auch viel Wissenswertes erfahren. So hören wir von dem
Lübecker Buchbinder Hans Byss, der, im Jahre 1478 bereits verstorben, mit
dem bekannten Strassburger Drucker Adolf Rusch in Verbindung gestanden
hat, und wir lesen von Heinrich Coster und dem Meister Johann, welch
letzterer nach Collijn wohl mit dem Buchdrucker Johann Snell zu
identifizieren ist. Besonders wertvoll ist die beigefügte Tafel, die auf vier
grösse-ren Einband-Teilstücken eine Reihe von Lübecker Stempeln bietet, von
denen vor allen ein Schwan und ein Adler, der hi. Ansgar (?) und der hi.
Antonius der Einsiedler sowie ein kleiner sächsischer Rautenwappenstempel
als besonders typische Stempel zu weiteren Forschungen die Grundlage
bieten. Dazu weist Adolf Schmidt auf die Untersuchungen von Gustav
Koh-feldt, Rostock, hin, der in seinem Aufsatze »Der Lübecker Vikar Conrad
Stenhop, ein mittelalterlicher Illuminator und Büchersammler»1, 29 Bände
der Universitätsbibliothek Rostock als von diesem Vikar illuminiert und
dabei mit festen Daten versehen ermittelt hat. Schliesslich fordert, wie ein-

1 In: Zentralblatt für Bibliothekswesen, 20 (1903), S. 281—285.

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