- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XXI. 1934 /
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(1914-1935)
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Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Max Joseph Husung: Vom mittelalterlichen Bucheinband in Lübeck

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VOM MITTELALTERLICHEN BUCHEINBAND IN LÜBECK 119

Göttinger Bande H. E. Sanct. 21a. Es enthält aber dieser Göttinger Band
den niederdeutschen Text »Dat Boek van der bedroffenisse Marien», zu
Lübeck von Steffen Arndes am St. Urbanstage, am 25. Mai. 1498 im Druck
abgeschlossen, d. h. also die Inkunabel G W 4508. Wir halten den Band
für gleichzeitig gebunden und haben daher festzustellen, dass die
Plattenvergoldung sowohl wie die Buchbinderrolle zu so früher Zeit in Lübeck
angewandt worden ist.

Nun hat mir Weber mitgeteilt, dass unsere beiden Platten sich auf
der Stadtbibliothek zu Lübeck abgepresst finden auf den Einbänden zu
den Mss. theol. germ. 35, 48, 49, 59, 60 und 61, und zwar so, dass die
hi. Maria den Vorderdeckel schmückt, der hi. Christophorus aber den
hinteren Deckel. Dazu kommen noch drei Druckbände, indem nämlich die
Maria noch zu sehen ist auf dem Vorderdeckel zu Theol. pract. 8° 3531,
der hi. Christophorus auf dem hinteren Deckel sowohl von Theol. pract.
8° 8331 wie von 9335. Auf dem Vorderdeckel des letzten Bandes aber,
d. h. also auf Theol. pract. 8° 9335, findet sich jener ebenfalls in
negativem Sinne gehaltene Bogen-Plattenstempel, den wir nun schon mehrmals
nach Webers Abbildung in dieser Zeitschrift, Jahrg. 12 (1925), S. 236, Fig. 1,
herangezogen haben und den wir demnach unserem Lübecker Einbandmeister
zuschreiben müssen. Zu erwähnen habe ich noch, dass die Durchreibung,
die Franz Weber mir von diesem Bogen-Plattenstempel nach Theol. pract.
8° 9335 gesandt hat, ganz deutlich erkennen lässt, dass unser Buchbinder
zuerst den Marien-Stempel eingedrückt, dann aber den
Bogen-Plattenstempel darüber gepresst hat; der Grund für dieses Tun dürfte nicht eindeutig
genug erklärt werden können.

Sechs Stempel sind es denn also, die wir für unseren Lübecker
Einbandmeister haben feststellen können. Und zwar waren es neben dem
Christophorus- und dem Marien-Plattenstempel die Buchbinderrolle mit dem
gotischen Laubstab, der kleine Rundstempel mit dem Ochsen des
Evangelisten Lukas sowie der kleine Rosettenstempel. Dazu kam als sechster
Stempel die von Weber abgebildete Bogenstempel-Platte, die, wie bereits
bemerkt, sich auf einem Einbände findet, der das Bild des hi.
Christop-horus trägt und der auf jener Stelle, wo diese Bogenstempel-Platte
abgepresst ist, noch die Spuren eines Abdrucks des Marien-Stempels zeigt.
Nun wäre zu kontrollieren, ob die mir von Weber angegebenen, mit
unseren beiden Plattenstempeln geschmückten Lübecker Einbände noch
weitere Stempelbeigaben aufweisen als die drei von uns abgebildeten.
Ebenso sind auch jene Einbände heranzuziehen, die die Bogenstempel-Platte

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