Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Paul Lehmann: Skandinavische Reisefrüchte. I
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
SKANDINAVISCHE REISEFRÜCHTE _____________171
ferner Ms. Fabric. 41 in 4° (früher im Besitz von M. Gudius). 16
Perg.-Bll. (23,5 X 16,8 cm) mit je 29 Zeilen auf der Seite in regelmässiger
Minuskel Frankreichs, enthaltend das Martyrium s. Timothei (BHL. 8294),
die Vita s. Hilarii des Fortunatus (BHL. 3885 + 3887), die Epistula s.
Hilarii ad filiam suam (MlGNE, PatroL lat., X, S. 549 ff.), den Hymnus
s. Hilarii ’Lucis largitor splendide’ (CHEVALIER 10701), der in diesem
Exemplar alle übrigen Handschriften des letzten Herausgebers Cl. Blume (Analecta
hymnica, LI, S. 9 f.) weit an Schriftalter übertrifft, und ’TITULÜ
SEPUL-CHRI SCI HILARII EPI. Per hec visibilia dona absconsa clarescunt. si opère
terrenum Hilarii hie tumulum nitet, quantum ille credi fulget in claritate Dei.’
Kopenhagen Kgl. Bibl. Gl. Kgl. Saml. 1338 in 4°, mit Origenes, In
epistolam Pauli ad Romanos Rufino interprète datiere ich nicht wie
Ellen Jørgensen1 saec. IX—X, sondern saec. IX1, halte die Schrift für
westdeutsch. Ursprung aus Lorsch, in dessen Bibliothek sich laut dem
Katalog Becker 37, 306 ein Exemplar befand, ist möglich.
Die von G. Goetz im Corpus glossariorum Latinorum, IV, S. XXI
beschriebene Glossarhandschrift Kopenhagen Univ.-Bibl. Ms. Fabric.
26 in 2° saec. IX in., deren alter Besitzvermerk fol. 2r unten leider radiert ist,
sehe ich für südwestdeutsch an.
Bei Kopenhagen Kgl. Bibi. Ny Kgh Saml. 58 in 8° bezweifele ich
die von Ellen Jørgensen (S. 272) ohne Begründung angegebene spanische
Provenienz, wohl enthält der Codex Excerta de canonibus sententie
tantum ex libro Bracharnense Martini episcopi Gallacie de diuersa
concilia und andere Auszüge aus spanischen Konzilsbeschlüssen, aber
auch aus französischen, und die Uncialschrift saec. VIII in., die Abkürzungen,
die Orthographie weisen nichts typisch Spanisches auf. Denn das
Kürzungszeichen — ist keineswegs ausschliesslich spanisch. M. E. ist die Handschrift
westfranzösischen Ursprungs.
Desgleichen halte ich es nicht für richtig, dass die gleiche Gelehrte
(S. 367) die 3 Bände Kopenhagen Kgl. Bibl. Ms. Thott 166—168 mit
Schriften des Boethius u. a. während des 10. Jahrhunderts in Frankreich
entstanden denkt. Die Minuskel ist ausgesprochen deutsch, so wie sie in
Bamberg gegen Ende des 11. Jahrhunderts gebraucht wurde. Die Codices
bezeichnen sich in Majuskel mehrfach als ’Labor carus Waltheri’ und als
’Liber Ruoperti episcopi’. Ich bezweifele, dass man in Frankreich während
1 Catalogus codicum Latinorum medii aevi Bibliothecae regiae Hafniensis (1926), S. 33.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>