Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - Sidor ...
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>
Below is the raw OCR text
from the above scanned image.
Do you see an error? Proofread the page now!
Här nedan syns maskintolkade texten från faksimilbilden ovan.
Ser du något fel? Korrekturläs sidan nu!
This page has never been proofread. / Denna sida har aldrig korrekturlästs.
75
Zwei echte aromatische Ringe. Der dritte Ring mit einer
Doppelbindung, an welcher Stelle (y) Phenanthren am leichtesten angegriffen
wird.
In dieser Theorie wrird immer die Reaktionsfähigkeit als eine Art
Tautomerie vorgestellt, wo keine Möglichkeit der Tautomerie vorhanden
ist, wie z. B. bei aliphatischen Kohlenwasserstoffen — giebt es keine
Reaktionsfähigkeit.
Die Substitution kann in folgender Weise ausgedrückt werden:
R.C-H R.C—H R.C H
—-> I I –––––––> II II
C1 = C1 Cl—Cl Cl Cl
Weil die tautomere Bindung–––-> gewöhnlich in Zusammenhange mit
einer dreifacher Bindung–––-> auftritt, so wird es klar warum aromatische
und nicht aliphatische Kohlenwasserstoffe substitutionsfähig sind. Auch
die grosse Reakitonsfähigkeit der Aldehyden, Ketonen und analogen
Verbindungen ist vom hier entwickelten Standpunkte ganz klar.
Die Resultate der vorgeschlagenen Theorie kann man folgenderweise
zusammenfassen:
1) Von rein formeller Seite, wiedergiebt sie alle wirkliche
Eigenschaften und Reaktionen organischer und anorganischer Verbindungen ganz
vollständig.
2) Weiter, weil sie sich auf die Thomsonsche und Rutherfordsche
Theorie des Baues der Atome und Moleküle stützt, soll sie als ein wirkliches
Modell des Moleküls und nicht bloss als eine konventionelle Darstellung
der Eigenschaften und Reaktionen der Körper, wie die aktuelle
Stuktur-chemie ist, betrachtet werden.
3) Zuletzt, giebt sie einen klaren und scharfen Begriff der Valenz
(vgl. S. 71). Der Verdienst von Sir J. J. Thomson in diesem Gebiete
wird in ganz auffalender Weise durch die folgende historische Betrachtuug
erläutert.
Durch die Annahme, dass die kleinste unteilbare chemische Bindung
zwischen zwei Atomen in dem Molekül mindestens aus zwei Valenzen
bestehen muss, begeht die moderne Valenzlehre einen Fehler, der
demjenigen von Berzelius analog ist, welcher die Wasserstoffatome nie
einzeln, sondern nur paarweise reagieren Hess. Wegen dessen, obgleich die
Berzeliussche Formel des Wassers H20 richtig war, war seine Formel
des Chlorwasserstoffs H2C12 unrichtig.
Die Analogie ist hier tiefgreifend, und im Lichte der historischen
Entwicklung der Chemie, ist der Thomsonsche Begriff der Valenz in
derselben Weise den jetzt herschenden Ansshauungen überlegen, wie das
chemische System von Cannizzaro demjenigen von Berzelius überlegen war.
Nobelinstitut, Experimentalfältet, Stockholm.
<< prev. page << föreg. sida << >> nästa sida >> next page >>