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— 2o8 —
gegen weniger Verheiratete, Witwer und auch Witwen, als im
Volke.
Fragen wir nun nach dem Grunde dieser Verschiedenheiten,
so müssen wir denselben in der Wirkung doppelter, ganz von
einander verschiedener Kräfte suchen. Daß die Gruppe der
Verheirateten so schwach ist, hat natürlich in dem allgemeineren
Vorkommen des Zölibats im Adel, oder mit anderen Worten
darin seinen Grund, daß die Ehefrequeriz im Adel geringer ist
als im ganzen Volke. Dies ist eine höchst bedeutungsvolle
Eigentümlichkeit bei der kleinen Masse. Sie hat Rückwirkung auf
die meisten demoragphischen Verhältnisse und versetzt diesen
feil des Volkes inbezug auf die Lebensanssichten und den Bestand
in eine ganz andere Lage als die übrigen Teile desselben. Allein
hierauf werden wir wieder zurückkommen; denn so wichtig ist
diese Eigenart bei der auserwählten Masse, daß sie ein eigenes
Kapitel verdient. Was wiederum die andere zweite, trotz der
Schwankungen der Linien gemachte Beobachtung, nämlich die
verhältnismäßig kleinere Anzahl Witwen, besonders jedoch Witwer
betrifft, so dürfte sie auf eine geringere Sterblichkeit in der kleinen
Masse zurückzuführen sein. Dieselbe könnte ja auch auf einer
größeren Anzahl Wiederverheiratungen beruhen, da dies aber,
wie wir später sehen werden, nicht der Fäll ist, so beibt als
Erklärungsgrund der genannten Eigentümlichkeit nur die größere
Lebensdauer. Sonderbar erscheint nur, daß sie nicht ebenso
stark auf Seiten des weiblichen wie auf Seiten des männlichen
Geschlechtes auftritt. Aber (lies erklärt sich durch den großen
Altersunterschied zwischen Mann und Frau im Adel, welcher in
entgegengesetzter Richtung wirkt, also eine größere Anzahl
Witwen in demselben schafft. Wir haben schon früher, im
Kapitel über die Altersverteilung, konstatieren können, daß die
Sterblichkeit bei der auserwählten Masse eine geringere sein
muß, als beim Volke in dessen Gesamtheit. Iiier erhalten wir
dafür eine neue Bestätigung. Diese geringere Sterblichkeit im
Verein mit der geringeren Ehelichkeit drückt den
Zivilstandsverhältnissen des Adels ihr besonderes Gepräge auf.
* *
Intensität der Ehefrequenz sowie Ehewahrscheinlichkeit in
verschiedenen Altern. I )ie oben (S. 205 angeführte Tabelle über
die ZivilstandsVerhältnisse gibt über die Ausbreitung der Ehe-
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