Full resolution (TIFF) - On this page / på denna sida - König Augusts Politik in den Jahren 1700-01
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VIII
C. HALLENDORFF
sich orten Schwedens Feinden zugesellen würde. Die Antwort
des Kurfursten lautete wiederum abweisend: er verteidigte sein
Recht, ebensogut wie vorher der Zar selbständig den Zeitpunkt
zu wählen, den er für die Accession am geeignetsten halten
würde. Das Einzige, was er positiv versprach, war, dass er
nötigenfalls König Augusts sächsische Erblande gegen eine
befürchtete schwedische Invasion schützen würde.
Vielversprechender erschienen jetzt gerade König Augusts
Aussichten auf ein Bündnis mit Frankreich. Da Kaiser Leopold
im August seine Zustimmung zu irgend einer Teilung des
spanischen Erbes bestimmt verweigert hatte, rückte die Möglichkeit
eines grossen westeuropäischen Krieges näher; Ludwig XIV.
begann denn auch sofort seine Position durch neue Bündnisse
zu verstärken. Die französischen Staatsmänner verhielten sich
Jordan gegenüber mit einem Male entgegenkommender und
machten über den heikelsten Punkt, die von König August
gewünschten Subsidien, selbst aus freien Stücken bestimmte
Vorschläge. Die Nachricht, dass Karl II. von Spanien ein
Testament zu Ludwigs Gunsten gemacht hätte, brachte ein noch
rascheres Tempo in die Verhandlungen, zu deren Abschluss nun
nur noch König Augusts Meinung von Polen einzuholen war.
Am 17. Dezember (n. D.) wurde in Versailles ein Allianztraktat
unterzeichnet, in dem König August bewaffnete Garantie fur die
Aufrechterhaltung des Testamentes Karls II. versprach. Im
Kriegsfalle sollte der polnische König 32—33,000 Mann ins Feld führen,
und für diese Truppen macht von Ludwig XIV. 800.000 ecus
jährliche Subsidien empfangen. Was den nordischen Krieg
beträfe, so wäre der König von Frankreich durch seinen letzten
Traktat mit dem schwedischen Könige verhindert, König August
zu unterstützen; man einigte sich also dahin, dass Ludwig durch
seine Vermittlung einen billigen und mit der Sicherheit der
Kriegführenden vereinbaren Frieden herbeizuführen versuchen sollte.
Die an Gewissheit grenzende Hoffnung, auf Sachsen-Polens
Unterstützung gegen den Kaiser rechnen zu können, dürfte
Ludwig XIV. mit zu dem gefährlichen, herausfordernden Schritt
veranlasst haben, trotz aller vorausgegangenen Verabredungen ohne
weiteres Karls II. Testament zu aeeeptieren. König August hatte
nun zwischen der Fortsetzung der nordischen Kriegspolitik oder
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