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214 PETER WAGNER
in der aber auch die nur mit den ersten (Gloria) und letzten Worten
(seculo-rnm amen oder eu ou a e) angedeutete Doxologie gesungen wurde. Der
Schreiber hielt es für zweckmässig, hier von Anfang an die Tonart und damit
die Psalmformel festzulegen.
Die Neumenzeichen sind die damals allgemein üblichen für den einzelnen
Ton und für Tonverbindungen. Als Zeichen für den Einzelton sind die
Virga / und das Punctum • verwendet; das Zeichen der Virga jacens oder
Producta — findet sich damals nur noch in mittelitalischen (Benevent und
Monte Cassino) und sanktgallisch-süddeutschen Gesangbüchern, aus den
französischen und englischen ist es verschwunden. In unsern Blättern sind Virga
und Punctum nur mehr melodisch unterschieden; jene steht für den höheren,
diese für einen tieferen Ton. Beide Zeichen finden sich z. B. auf Blatt
lr Zeile 2 über den beiden ersten Silben von gaudeamus; dabei ist das
Punctum über gau~ im Räume tiefer geschrieben als die folgende Virga über -de-.
Ein hakenförmiges Punctum steht Zeile 6 über in und der letzten Silbe von
ploratus, sowie Zeile 8 über der letzten Silbe von consolari.
Von den Zeichen für zwei Töne findet sich der Podatus oder Pes, eine
aufsteigende Verbindung angebend, gleich in der esten Zeile über der zweiten
Silbe von innocentes und der ersten von meruerunt; die Flexa, die
entsprechende fallende Verbindung, steht in derselben Zeile über der dritten
Silbe von meruerunt. Eine Variante der Flexa, die fast einen rechten Winkel
bildet, steht Zeile 5 als zweites Zeichen über der ersten Silbe von nostra;
sie erklärt sich graphisch so, dass ihr erster Ton mit dem unmittelbar
vorhergehenden Tone auf derselben Stufe steht, der Strich auf der linken Seite
von unten nach oben überflüssig ist. Dieselbe Flexa begegnet uns in der
drittletzten Zeile über der letzten Silbe von haberet und Zeile 11 über der zweiten
Silbe von omnia, wo ihr erster Ton noch unter der vorhergehenden
dreimaligen Virga liegt.
Andere einfache Zeichen für eine zweitönige Gruppe sind noch der
Cephalicus, eine Nebenform der Flexa, die in einen feinen, dünnen Strich
ausläuft, also ihren zweiten Strich verflüchtigt, so Zeile 7 über der letzten
Silbe von noluit, wo das Zusammentreffen des konsonantisch auslautenden
Wortes mit dem nächsten konsonantisch anlautenden consolari die sog.
Liques-zenz, die Veränderung der Flexa, die Verdünnung ihres zweiten Striches
bedingt hat. Über der ersten Silbe von audita Zeile 6 steht derselbe
Cephalicus, vom ganzen Zeichen ist aber nur ein nach unten geöffneter
Halbkreis übrig geblieben, und zwar deshalb weil es hier nur das Intervall einer
fallenden Sekunde anzugeben hat, nicht wie oft sonst, das weitere einer Terz
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