- Project Runeberg -  Nordisk tidskrift för bok- och biblioteksväsen / Årgång XVI. 1929 /
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(1914-1935)
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128 O. THYREGOD

Das Ideal aller grossen und kleinen Bibliotheken war ursprünglich, den
Besuchern Bücher zu verschaffen, aber schnell ist die Ambition entstanden
als Bibliothek zu wachsen. Spezialbibliotheken haben in der Regel nicht
diese Ambition, sie verschaffen sich das Brauchbare durch Kauf oder
Photo-graphieren und schaffen das Unbrauchbare ab. Sie sammeln alles, was dazu
dient, ihr Spezialgebiet zu beleuchten, das sie sich zur Aufgabe gestellt haben
und das den Forschern von allen Standpunkten aus zugänglich gemacht wird.
Um der wissenschaftlichen Wahrheit willen wäre es sicherlich für manchen
Forscher von grossem Wert gewesen, hätte er gewusst, dass sein Gegner die
Gelegenheit hatte, dasselbe Material zu finden, von dem er glaubte, alleiniger
"Wisser zu sein.

Die Bibliotheksgeschichte zeigt uns, dass die späteren
Universalbibliotheken ursprünglich als Spezialsammlungen begonnen haben. In der älteren
Zeit galt nur die Theologie, aber bald suchten die Mediziner Paris auf, die
Juristen Bologna usw. Allmählich drängten sich die Fürstenbibliotheken
hervor und verdunkelten ganz das Bild der ersten Idee, indem sie persönlich,
national, oder einfach als Prachtentfaltung sammelten. Die jetzigen
Universitätsbibliotheken haben sich mehr die Fürstenbibliotheken als Vorbild
genommen als die Spezialbibliotheken und auf diese Weise wurde Europa reich
an grossen, aber umständlich arbeitenden Universalbibliotheken.

Man könnte fragen, wie gross ein Spezialgebiet sein kann, aber anstatt
abzugrenzen und darauf einzugehen, wie die Bibliotheken eingerichtet werden
sollten, will ich lieber darauf hinweisen, dass in Europa zwei so
artverschiedene Städte wie Zürich, und Hamburg im Laufe der Zeit nicht mehr mit
ihren Universalbibliotheken zufrieden waren. Im Jahre 1629 kamen ein paar
junge Menschen zu Professor H. Ulrich in Zürich und erzählten von ihren
Eindrücken in den Bibliotheken anderer Länder und auf Grundlage dieser
Verhandlungen und gemeinsamen Bestrebungen wurde die noch jetzt
bestehende Stadtbibliothek errichtet, die vor kurzem eine Amerikanisierung
durchgemacht hat. Im nächsten Jahrhundert schon hatten die Naturforscher das
Bedürfnis, sich zusammenzuschliessen und eine Bibliothek einzurichten, bald
fanden die Ärzte Anlass, sich ihre Bibliothek zu schaffen, ebenso die Juristen.
Dass später die Universität mit ihrer neuen Bibliothek entstand, bedeutete
vielleicht eine Konkurrenz mit der alten Stadtbibliothek, aber diese Anregungen
haben Zürich ein ökonomisches und gutes Bibliothekswesen gegeben, auf das
ein jedes Land stolz sein könnte.

Hamburg hat seine Stadtbibliothek noch viel früher gegründet, aber
doch richtete man auch eine Bibliothek für Mathematik ein, darnach die Com-

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