- Project Runeberg -  Das Erkenntnisproblem in Hegels Philosophie, die Erkenntniskritik als Metaphysik /
299

(1912) [MARC] Author: Adolf Phalén
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Das Erkenntnisproblem in Hegels Philosophie. 299
Herleitung vollständig wird, und ebenso gleichgiltig, ob man ent-
weder direkt jeden Begriff aus dem Subjekt, oder zuerst einen
Begriff daraus, aus diesem letzteren einen anderen usw. herleitet.
Beide Gedankengänge sind bei den gegebenen Voraussetzungen
möglich, und es gilt nun, den zu verstehen, der sich bei Hegel
findet, zu verstehen, wie man von den gegebenen Voraussetzungen
aus zu diesem geführt werden kann. Die reine Indifferenz muss
das vollkommen Unmittelbare sein, das in sich nichts Anderes
einschliesst. Es ist auch das vollkommen Unbestimmte, da in der
Indifferenz der Differenten jede Bestimmtheit vertilgt worden ist.
Auch die Bestimmtheit als Indifferenz ist mit den Differenten ver-
schwunden. Das, was nicht Indifferenz von etwas ist, ist auch
nicht länger Indifferenz überhaupt. Es ist ein vollkommen unbe-
stimmtes Seiendes und somit das leere Sein selbst. Aus diesem
soll nun ein anderer Begriff hergeleitet werden, das, was anders
als das Sein ist, was dasselbe ist wie die Eigenschaft selbst des
Andersseins. Dies ist nicht nur das, was nicht dasselbe wie Sein
ist, sondern in welchem das Sein überhaupt nicht enthalten ist.
Ist das reine Sein in demselben enthalten, so ist es nur dieses selbst
und nichts Anderes. In der reinen Indifferenz, der Unbestimmt-
heit, ist nicht etwas, das indifferent ist, so dass »etwas» anders
als die Indifferenz selbst wäre. In der Indifferenz ist jede Be-
stimmtheit verschwunden. Das Sein ist daher die Indifferenz selbst.
Von etwas das Sein aussagen heisst daher die Indifferenz aussagen.
Wird ein vollkommen abstraktes, unbestimmtes Sein angenommen,
so ist dann auch das, von welchem das Sein ausgesagt werden
kann, vollkommen abstrakt und unbestimmt und demnach eins mit
dem Sein. Das, was anders als das Sein ist, ist daher nicht Sein,
Das, was nicht Sein ist, was anders als Sein ist, muss aber
dasselbe sein wie die Eigenschaft, anders als Sein zu sein, nicht
Sein zu sein, und ist demnach Nichtsein, der Begrifft Nichtsein.
Hier ist kein anderer Begriff aus dem Sein hervorgegangen als
eben nicht Sein, was dann ein besonderer Begriff wird. Das, was
nicht Sein ist. ist hier eben Nichtsein. Dann aber erhalten wir einen
Begriff Nichtsein. Wird ein abstraktes Sein angenommen, so muss
also auch ein Nichtsein, ein Nichts, angenommen werden, und die-
ses muss aus dem leeren Sein hergeleitet werden können. In dem
leeren Sein ist aber nichts Anderes als dieses enthalten. In dem-
selben kann ja kein anderer Begriff unterschieden werden. Das
Sein ist daher dasselbe wie das Nichts. Bei dem Nichts aber

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