- Project Runeberg -  Das Jahrhundert des Kindes /
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(1905) [MARC] Author: Ellen Key Translator: Marie Franzos
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Full resolution (JPEG) - On this page / på denna sida - I. Das Recht des Kindes, seine Eltern zu wählen

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schuld in Bezug auf die Heiligkeit und das Recht
des Körperlichen wiederzuerlangen.
Ein dänischer Schriftsteller hat dargelegt, wie
das mosaische sechste Gebot ins Nichts zurücksinkt,
sobald man einsieht, dass die Ehe nur eine zu-
fällige soziale Form für das Zusammenleben zweier
Menschen, das ethisch Entscheidende aber die Art
des Zusammenlebens ist. In der Moral vollzieht sich
eine allgemeine Verschiebung von den objektiven
Gesetzen, die befehlen und zwingen, zu der subjek-
tiven Grundlage, von der die Handlungen ausgehen.
Die Ethik wird so eine Ethik des Charakters, der
Gemütsbeschaffenheit. Man fordert, absolviert oder
verurteilt nach der inneren Beschaffenheit des In-
dividuums, und man nennt nicht gerne eine Hand-
lung unmoralisch, die nur in äusserer Hinsicht mit
einem Gesetze nicht übereinstimmt oder demselben
widerstreitet. In jedem besonderen Fall entscheidet
man nach dem inneren Zustande des Individuums.
Und wendet man das auf die Ehe an, so findet man
fürs erste, dass diese Form keine Garantie dafür
bietet, dass die richtige geschlechtliche Gesinnung
vorhanden ist. Diese kann ebenso gut ausserhalb
wie innerhalb der Ehe da sein, und viele feine und
ernste Menschen ziehen nun für ihr Zusammenleben
die freiere Form als die sittlichere vor. Aber in-
folgedessen ändert sich der Inhalt des sechsten Ge-
botes, der darin bestand, dass jedes Geschlechtsver-
hältnis, das’ ausserhalb der Ehe entsteht, unsittlich
sei. Man macht schon seine Erfahrungen mit Ver-

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